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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Letzte Ruhestätte ganz naturnah

18.01.2018

Wildeshausen Dicke Schneeflocken gehen auf den nassen Rasen nieder. Ein scharfer Wind pfeift an diesem Mittwochmorgen. Doch Friedhofsleiter Heiko Wittrock ficht das nicht an. Geduldig zeigt er auf das Areal: „Hier wollen wir das neue Urnenfeld anlegen. Die Namen der Verstorbenen kommen auf Findlinge, die noch aufgestellt werden.“

Nach gut dreijähriger Planungszeit wird nun im nordwestlichen Teil des Friedhofs am Lehmkuhlenweg ein Urnenwäldchen eingerichtet. „Nicht zu verwechseln mit dem Friedwald im Hasbruch“, erklärt Wittrock. Schon vor Jahren seien in diesem Teil des Wildeshauser Friedhofs einheimische Gehölze wie Eiche, Buche, Kiefer oder Lärche gepflanzt worden. Unter diesen Bäumen sollen die Urnen eingelassen werden.

Im Friedhofs-Ausschuss haben Vertreter aus Politik, Hospizverein, Verwaltung und Friedhofsmitarbeiter beraten. Die Begräbniskultur sei grundlegend im Wandel, weiß Wittrock. Gefragt seien kleinere Familiengräber und naturnahe Bestattungen. Gut angenommen werde der vor zehn Jahren eingerichtete Urnengarten. Hier werde demnächst die sechste Stele für die Namen der Verstorbenen aufgestellt. Die Gestaltung des Urnenwäldchens lag in den Händen von Marleen Meinel aus dem Stadthaus. Sie hat in die Planskizze drei Trauerorte mit Rondell und Bänken gezeichnet. Dort soll unter anderem eine Magnolie gepflanzt werden; in einer Wasserschale soll sich der Himmel spiegeln. An diesen Plätzen können Angehörige künftig auch Blumen ablegen. „Das ist im Friedwald nicht möglich“, sagt der 54-jährige Friedhofsgärtner. Die Findlinge mit den Namen symbolisieren die Nähe zur Megalithkultur in der Region. Die Zuwegung zum Urnenwäldchen ist barrierefrei, damit beispielsweise Hinterbliebene selbst mit Rollator leicht zum Grab des verstorbenen Partners gelangen könnten.

Auch weitere, im Ausschuss entwickelte Neuerungen wurden bereits umgesetzt. Auf den Bänken in der Friedhofskapelle liegen nun bordeauxfarbene Sitzpolster. Der recht große Andachtsraum kann durch grüne Vorhänge optisch verkleinert werden. „Die Trauergemeinden werden immer kleiner“, sagt Wittrock. Die Beleuchtung in der Kapelle wurde verbessert. Derzeit werde ein neues Farbkonzept erarbeitet.

Bereits vor geraumer Zeit wurden der Parkplatz neu gepflastert und das Tor repariert. Auch einer der Hauptwege auf dem Friedhof soll im Frühjahr noch gepflastert werden. An die Friedhöfe würden heute andere Anforderungen als noch in den 1960er-Jahren gestellt, weiß Wittrock nach vielen Gesprächen. Trauernde kommen auch bei jedem Wetter.

Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701
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