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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Sterben in Wildeshausen wird teurer

06.01.2020

Wildeshausen Sterben in der Kreisstadt wird teurer. Zum neuen Jahr hat die Stadt die sogenannte Friedhofsgebührensatzung angepasst. So steigt zum Beispiel die Benutzung der Friedhofskapelle um 20 Euro auf 145 Euro. Eine Wahlgrabstelle wird gar um 50 Euro teurer und kostet jetzt 393 Euro. Eine Beisetzung im im sogenannten „Urnengarten“ kostet jetzt 630 Euro – 55 Euro mehr als bisher.

Friedhofsgebührensatzung geändert

Zum 1. Januar 2020 tritt eine neue Friedhofsgebührensatzung für den städtischen Friedhof in Kraft. Hier einige Positionen:

Friedhofsgebäude: Benutzung der Leichenhalle: 75 Euro, Benutzung der Friedhofskapelle: 145 Euro, Benutzung des Aufbahrungsraumes: 70 Euro.

Grabgebühren: Reihengrabstätten für Verstorbene bis zum 5. Lebensjahr (Kindergräber): 125 Euro; Wahlgrab mit einer Grabstelle: 393 Euro; Urnenwahlgrabstätte: 490 Euro; anonyme Urnengrabstelle (inklusive Pflegeaufwand): 500 Euro; Grabstelle im „Urnengarten“ (Inklusive Pflegeaufwand): 630 Euro, zuzüglich 22,25 Euro Gebühr pro Buchstabe für Bronze-Inschrift auf Stele.

Urnenwäldchen: Urnengrabstelle am „Gemeinschaftsbaum“: 2480 Euro; Urnengrabstelle am „Familienbaum“: 2980 Euro; Gemeinschaftsanlage „Bi mi tu hus“: 4000 Euro.

Bestattungskosten: Ausheben und Schließen eines Grabes für Verstorbene (ab 5. Lebensjahr): 521 Euro; Urnenbeisetzung im Urnenfeld: 275 Euro.

Die neue Gebührensatzung (siehe Info-Kasten) hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung im alten Jahr beschlossen. Die Kreisstadt reagiert zudem auf die bundesweit zu beobachtende „Friedhofsflucht“: Es sei vor allem ein Trend weg vom pflegeintensiven Familiengrab zu alternativen, individuellen Bestattungsformen zu verzeichnen. Gemeint sind damit vor allem Bestattungsformen wie die Wald- oder Seebestattung oder die Gemeinschaftsgrabstellen. „Viele Menschen wollen ihren Angehörigen nicht mehr aufbürden, regelmäßig die Grabstelle zu pflegen“, erläutert Heiko Wittrock (55), Leiter des städtischen Friedhofes am Lehmkuhlenweg.

„All inclusive“

Die Stadt reagiert auf den Trend zu „All-inclusive-Angeboten“, die die Bepflanzung und Pflege der Gräber betreffen. So gibt es seit geraumer Zeit einen sogenannten „Urnengarten“. Der werde sehr gut angenommen, so Wittrock. In Kürze soll eine siebte Stele für die Namen der Verstorbenen aufgestellt werden. Auf große Akzeptanz stoße auch das Urnenwäldchen. Im Schnitt gebe es 220 Bestattungen pro Jahr auf dem Wildeshauser Friedhof – gut 65 Prozent davon als Urnenbeisetzungen.

Um darüber hinaus auch neue Angebote für den Bereich der Sargbestattung vorzuhalten, steht seit Anfang des neuen Jahres eine Gemeinschaftsgrabanlage unter dem Namen „Bi mi tu hus“ („Bei mir zu Hause“) zur Verfügung. Zum Preis von 4000 Euro ist hier alles inklusive: von der Grabbepflanzung bis zur Pflege. Sogar ein Stein mit dem Namen des Verstorbenen sowie Geburts- und Sterbejahr sind in der Gebühr enthalten, erklärt Wittrock. Acht Grabstellen sind zwischen einer hohen Hecke möglich. Nicht nur Familienmitglieder können sich hier bestatten lassen. Auch Nachbarschaften oder gar Kegelklubs seien denkbar, meint der Friedhofsleiter. Eine Erweiterung dieser kleinen Gräberfelder auf dem Friedhof sei möglich.

15 Jahre Ruhefrist

Im Zuge der neuen Friedhofssatzung hat die Stadt die sogenannte Mindestruhefrist für Erd- und Urnenbeisetzungen auf 15 Jahre gesenkt. Die guten Bodenverhältnisse – überwiegend handelt es sich um Sandboden – lassen die Verkürzung zu, so Wittrock. In der Regel werden die Grabstellen 25 Jahre lang genutzt.

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren kräftig ins Friedhofsareal investiert. Allein im Vorjahr wurden für rund 70 000 Euro der Hauptweg und ein Teil der Seitenwege neu gepflastert. Dies habe die Barrierefreiheit erheblich verbessert, sagt Wittrock. Im Urnenwäldchen, das im nordwestlichen Teil des Friedhofareals eingerichtet wurde, haben Gärtner einheimische Gehölze wie Eiche, Buche, Kiefer oder Lärche gepflanzt. Zugleich entstanden hier drei anspruchsvoll gestaltete Rondelle, die zum Verweilen und Gedenken einladen. Bei einer öffentlichen Friedhofsführung, die Wittrock im vergangenen Jahr angeboten hatte, stieß die Modernisierung auf großen Zuspruch bei den Bürgern.

Ein großes Ärgernis ist aus Sicht des Friedhofleiters aber die zunehmende „Vermüllung“ des Urnengartens. An den Stelen würden oft Plastikblumen und -gestecke abgelegt, berichtet Wittrock. „Allein aus ökologischen Gründen sollten die Bürger über den Sinn dieses Kaufs nachdenken.“ Zudem zeigt er eine Topfpflanze, die angesichts der Witterungsverhältnisse schon nach zwei Stunden verfroren ist. Um der zunehmenden „Vermüllung“ Herr zu werden, gibt es seit Januar deutliche Einschränkungen für das Ablegen von Grab- und Blumenschmuck. Wittrock kündigte mehr Kontrollen seitens der Stadt an.

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Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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