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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Den Papagoy täglich vor Augen

19.05.2018

Wildeshausen Die Trophäe hat er jeden Tag vor Augen: „Der Papagoy liegt bei uns auf dem Küchentisch“, sagt Andreas Tonn. „Wir haben noch nicht den richtigen Platz an der Wand gefunden.“ Der 42-jährige Schlachtermeister regiert seit einem Jahr als König der Wildeshauser Schützengilde. Das 615. Gildefest, das an diesem Sonntag offiziell eröffnet wird, ist für ihn auch der krönende Abschluss eines ereignisreichen Jahres.

„Das Jahr war anstrengend, aber schön“, sagt Tonn, der gerade aus dem Schlachthaus kommt und am Schreibtisch vor einem Stapel mit Aufträgen sitzt. „Zwei Dinge waren gut: Meine Tochter Henrika wurde geboren und ich wurde König der Gilde.“ Trotz der enormen Arbeitsbelastung als Unternehmer, der Verantwortung für 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trägt, sowie als Familienvater sei es Ehefrau Stefanie (38) und ihm gelungen, gut 90 Prozent aller Gilde-Termine wahrzunehmen. „Das war alles super“, so Tonn und erzählt von launigen Geburtstagen oder Veranstaltungen wie den vielen Ausflügen.

Ganz nach der Weisheit „Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau“ habe Ehefrau Stefanie vieles allein geregelt. Immerhin hat das Paar sieben Kinder im Alter von eins bis 15 Jahren. Oft standen Tonns Schwiegereltern Christa und Theo Schnieders oder Bruder Lars parat. „Alle haben mitgeholfen. Manches lief wie von selbst“, wundert sich der Wildeshauser noch heute, dass nach dem Sieg an der Vogel­stange viele Abläufe im Alltag weiterhin klappten.

Dabei wollte Tonn im Vorjahr zunächst gar nicht am Königsschießen teilnehmen. „Ich hatte schon viermal mitgemacht und wollte eigentlich aussetzen; auch weil wir Nachwuchs erwarteten“. Beim Abholen der Regimentsfahne am Pfingstdienstag war man sich in der Clique „Die Pfingst GmbH 2001“ jedoch einig, gemeinsam am Schießen teilzunehmen. 25 Schwarzröcke schossen damals um die Königswürde. Tonn setzte sich im Finale gegen Dietrich Kirchhoff, Björn Barkemeyer und Carsten Petermann durch.

Der eigentliche Coup: Tonn und sein Sohn Lasse (13) waren für einige Tage zeitgleich Majestäten der Schützengilde. Denn Lasse holte im Jahr 2016 mit dem Armbrust den Papagoy von der Stange. Sein Vater Andreas tat es ihm 2017 gleich und schoss mit dem Kleinkalibergewehr den Vogel von der 32 Meter hohen Stange. Beim Ausmarsch des Kinderregiments am Samstag nach Pfingsten mit Lasse und seiner Kinderkönigin Emma Beckmann an der Spitze, stand König Andreas Tonn an der Seite und musste für seinen Sohn salutieren.

„Das Jahr war der Wahnsinn“, sagt Tonn heute, „mehr ging nicht.“ Zugleich sei er der Gilde dankbar, bei so vielen Veranstaltungen dabei gewesen zu sein. Nun freut sich Tonn auf die Auftaktfeierlichkeiten und den Ausmarsch am Dienstag. Später werde er sich in der Königskompanie „hinten links“ einreihen. „Aber erstmal muss ich den Schreibtisch leer kriegen“, wird wieder der Unternehmer in ihm wach. „Dann wird gefeiert.“

Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

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