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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Frauen fliegen reihenweise Sympathien zu

13.06.2019

Wildeshausen Da kennt der Feldwebel der Wache kein Pardon: „Um 13.30 Uhr ist Abgabe der Uniform“, betonte Detlev Horst, als er dem neuen Schaffer Philipp Hogeback vor dessen Haus gratulierte. Das war natürlich etwas ironisch gemeint, denn der 32-Jährige ist einer der ihren: Seit 2006 war er Mitglied der Wachkompanie – und die ist stolz auf den Karrieresprung. Es fiel auf, dass mehr Wachesoldaten als in den Vorjahren mitfuhren, um das neu gewählte Schafferpaar Philipp und Birte Hogeback (40) zur Verpflichtungszeremonie um Mitternacht vor dem Wildeshauser Rathaus zu geleiten.

Gilderichter, Wachesoldaten, Protokollchef Thomas Eilers und der Hauptmann der Wache, Detlev Hohn, waren am späten Dienstagabend mit dem Bus in den Stadtwesten gefahren. Dort wohnen die Hogebacks in einem schicken Neubau. Als der Tross die letzten Meter unter Trommelklang zum Haus ging, zückte manch einer das Smartphone. „Jetzt weiß ich, wer das neue Schafferpaar ist“, sagte eine Nachbarin.

Gemeinsam entschieden

Hauptmann Detlev Hohn klingelte und rasch standen beide vor der Tür. Mit strahlendem Lächeln bejahten die Eheleute die Frage, ob sie das neue Schafferpaar werden möchten. Viele Umarmungen und Glückwünsche folgten, ehe es zum Imbiss ins Haus ging. „Ich feiere das Gildefest sehr gerne“, erzählte Birte Hogeback. Sie stehe voll hinter dem Wunsch ihres Philipp, das Schafferamt bekleiden zu wollen. „Wir haben das zusammen entschieden“, ergänzte Philipp prompt.

Stolz zeigten sich vor allem seine Eltern. Ludger Hogeback (63) ist selbst seit 45 Jahren in der Wachkompanie und hat dort den Rang eines Stabssergeanten. „Eine tolle Sache“, meinte seine Ehefrau Karin. Gemeinsam mit Freunden und Nachbarn bewirteten sie die Gilde-Abordnung. Das Schafferpaar selbst war am Vormittag des Hauptfesttags ebenfalls aktiv: Birte Hogeback half bei der Kompaniebewirtung auf der Burgwiese, Philipp Hogeback gehörte zu dem Requirierkommando der Wache, das an der Harpstedter Straße unterwegs war.

Erst Kindergeburtstag

Das Paar war schon in den Vorjahren immer mal wieder im Gespräch für das Schafferamt. „Es gab einige Gerüchte“, erinnerte sich Philipp Hogeback. „Nach unserer Hochzeit im Dezember 2017 war es fatal“, verriet Birte. Nach der Entscheidung gab es „zwar einige schlaflose Nächte“, so die Schafferin. „Aber wir schaffen das“, zählt sie auf die Unterstützung der Gilde.

Nach der Proklamation auf der Empore vor dem Rathaus wurde es eine lange Nacht – auch für den neuen König Jan Hoffrogge und seine Frau Friederike (29). Schwiegermutter Monika Hoffrogge passte auf die Kinder Lotta (6) und Jenne (eineinhalb Jahre) auf, berichtete die Krankenschwester des Johanneums. Vor allem der Spielmannszug feierte das Königspaar, denn Jan Hoffrogge spielt Trommel, Friederike die Lyra. Der Reitersaal geriet fast ins Wanken. „Da sind fast die Tische aus den Fenstern geflogen“, so Friederike Hoffrogge. Im Feiern habe die Familie übrigens Übung: Erst Pfingstheiligabend hat Tochter Lotta ihren sechsten Geburtstag gefeiert. „Wir nehmen halt alles mit“, lachte Friederike Hoffrogge.

Gegen 4.30 Uhr waren Königs- und Schafferpaar wieder daheim. Beide waren sich sofort sympathisch. „Sie kennen das Leben im Spielmannszug“, sagt Birte Hogeback, die ebenso wie Ehemann Philipp in der Stadtverwaltung tätig ist. „Ich bringe Erfahrung als Wache-Dame ein.“

Am Mittwoch waren die Hogebacks und die Hoffrogges wieder munter und gut gelaunt. Inmitten der Fähnrichs- und Offiziersfrauen beobachteten beide Damen den Appell und den Parademarsch auf der Herrlichkeit, bei denen der neue König und der Schaffer im Mittelpunkt standen. „Es hat mega-viel Spaß gemacht“, umschrieb Birte Hogeback die zurückliegende Nacht. Und der Schaffertrunk habe – entgegen vieler Vorurteile – lecker geschmeckt.

Beim Rockappell auf der Herrlichkeit beklagte sich der Feldwebel übrigens über den personellen Schwund in der Wache. Daher solle das Offizierskorps ruhig personell aushelfen. Seine grüne Uniform hat Hogeback am Mittwoch übrigens noch nicht abgegeben. Dazu war angesichts der Feiern keine Zeit.


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Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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