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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Markenzeichen: Rote Fliegen

14.05.2018

Wildeshausen Während die Vorbereitungen für den Pfingstdienstag in Wildeshausen auf Hochtouren laufen, steht für einen der unzähligen Gildeclubs ein weiterer Höhepunkt an: Die „Rotfliegen“ feiern ihr 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass unternehmen die Mitglieder des Gildeclubs aus dem Jahre 1968 am Pfingstsamstag eine Fahrt ins Blaue – klassisch mit dem Kremserwagen und selbstverständlich mit Hemd, Hut und Papagoy. „Beim Jubiläum dürfen natürlich auch unsere Frauen mit“, ließen zwei langjährige Mitglieder, Hermann Theesfeld und Reinhard Drubel, wissen.

Der Gildeclub der Rotfliegen ging aus einer Nachbarschaftsgemeinschaft in der Spitzwegstraße hervor, die ab 1968 gemeinsame Feste organisierte, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Im selben Jahr nahm eine kleine Gruppe aus den Reihen der Gemeinschaft am Gildefest teil – einer der ersten, Erich Grenich, ist noch heute dabei. Zwar kamen die kennzeichnenden roten Fliegen erst Jahre später hinzu, 1968 gilt dennoch als das Gründungsjahr der Rotfliegen.

Heute darf das Markenzeichen beim Rockappell am Pfingstdienstag auf keinen Fall fehlen: Wenn die Rotfliegen um 11.11 Uhr bei ihrem König antreten, prüft dieser erst einmal, ob seine Untertanen ordentlich gekleidet sind. Konkret heißt das: Zylinder, Frack, Hose, Socken und Schuhe haben schwarz zu sein, das Hemd weiß – und die Fliege selbstverständlich rot. Außerdem dürfen Papagoy, Gewehr und eine rote Nelke nicht fehlen. Bei Verstößen wird zur Kasse gebeten.

Im Laufe der Jahre vergrößerten die Rotfliegen ihren Radius und bekamen über Freunde und Bekannte immer mehr Mitglieder auch von jenseits der Spitzwegstraße, „aber nie mehr als 20“, wie Theesfeld betont. Erst in den letzten Jahren seien noch zwei Neue dazugekommen. Die derzeit 18 Männer zwischen 45 und 82 Jahren treffen sich jedoch nicht nur zum Gildefest, sondern haben weitere regelmäßige Termine im Jahreskalender stehen: Zwei Wochen vor Pfingsten schießen die Rotfliegen traditionell ihren König aus, im November werden beim „Bergfest“ die Termine für das kommende Jahr besprochen.

Ein besonderes Ereignis war die Teilnahme beim Jubiläumsumzug der Gilde 2003. Während ganz Wildeshausen auf 600 Jahre Gilde zurückblickte, feierten die Rotfliegen ihr 35-jähriges Bestehen. Das Schönste jedoch sei die Geselligkeit unter allesamt anständigen Mitgliedern, bei denen sich niemand in den Vordergrund dränge, so Reinhard Drubel: „Das ist eigentlich das, was uns ausmacht.“ Auch diesem Punkt werden die übrigen Rotfliegen sicherlich zustimmen.

Nathalie Meng
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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