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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Müllers blicken auf „Jahr im Rampenlicht“ zurück

19.05.2018

Wildeshausen Seine Frau Julia habe er erst noch überzeugen müssen, gibt Andreas Müller zu. Aber ein Jahr später ist ihr anzumerken, dass sie ihre Entscheidung nicht bereut hat: Andreas (40) und Julia Müller (33) sind beim Wildeshauser Gildefest 2017 zum Schafferpaar proklamiert worden.

Müller, der Handelsvertreter der Firma Bowron Neuseeland ist, ist in der Kreisstadt aufgewachsen. Seit mehr als 20 Jahren gehört er der Schützengilde an, ist Mitglied im Pfingstclub Männer im Bierrausch. Als Kind habe er nie so viel vom Gildefest mitbekommen, erzählt er, habe aber das Spektakel auf der Burgwiese immer gern verfolgt.

„Mehr als Feuerwerk“

„Erst als Jugendlicher habe ich registriert, dass das Gildefest mehr als nur ein Feuerwerk ist.“ Grund dafür war sein Freund und späterer Trauzeuge Torsten Runte. Da bei ihm das traditionelle Fest immer groß gefeiert wird, wurde Müller irgendwann mit hinein „gezogen“. Als er erfuhr, dass er Schaffer wird, habe er sich riesig gefreut. „Als wären Ostern und Weihnachten zusammen“, beschreibt Julia Müller ihren Eindruck. Anders sah es bei ihr aus: Sie ist in der Nähe von Hamburg aufgewachsen, hatte vier Jahre lang in der Hansestadt gelebt und zog 2014 nach Wildeshausen. „Ich habe mir die Ausmärsche immer angeguckt“, erzählt die 33-Jährige. Das Fest sei vor allem für Wildeshauser interessant, gibt ihr Mann zu. Und als Nicht-Wildeshauserin kannte Julia Müller eben nicht viele Menschen.

Jetzt, rund ein Jahr später, sieht die Situation anders aus: „Du sagst, dass ich mittlerweile mehr Leute kenne als du“, sagt Julia Müller mit einem Lächeln zu ihrem Mann. Während der vergangenen zwölf Monate, in denen das Schafferpaar bei vielen Veranstaltungen vertreten war, haben sich Freundschaften ergeben – besonders zu einem Paar. „Es hat sich eine tolle Freundschaft zu den Tonns entwickelt“, sagt Andreas Müller. Andreas Tonn ist in 2017 Gildekönig geworden. Die Paare passten: Nicht nur, dass Schaffer und König den gleichen Vornamen haben – die Frauen Stefanie Tonn und Julia Müller waren beide zu dem Zeitpunkt im achten Monat schwanger. Die Müllers erinnern sich noch gut daran, als sie mit den Tonns vor dem Rathaus auf der Empore standen. „Mein Mann war aufgeregter als ich“, sagt Julia Müller.

Da oben beim Rathaus zu stehen sei schon spannend gewesen. Und auch Andreas Müller erinnert sich lebhaft. Sein Pfingstclub habe direkt vor der Empore gestanden und sich riesig gefreut. Zuvor galt es allerdings, niemandem zu verraten, dass er Schaffer wird. „Ich habe bis Dienstag normal gefeiert, fühlte mich aber schon etwas beobachtet. Aber keiner hat etwas geahnt.“

Hinter den Müllers liegen aufregende Monate. „Man steht ein Jahr lang im Rampenlicht. Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Müller.

Gänsehautmoment

Höhepunkte waren für sie der Rockappell im November und das Schaffermahl im März. „Das war schön. Als die Männer das Wildeshauser Lied gesungen haben, habe ich eine Gänsehaut bekommen“, erinnert sich Julia Müller. Mit Wehmut überlassen sie dem neuen Schafferpaar den Platz nicht. Im Gegenteil: „Wir freuen uns, den Nachfolgern mit Rat und Tat beiseite zu stehen“, sagt Andreas Müller. Dass er jetzt kein Gildekönig mehr werden kann, stört ihn nicht. „Ich bin froh und glücklich.“

Verena Sieling
Wildeshausen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2708

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