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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Gildefest: Ungewissheit für Musikzüge

05.06.2020

Wildeshausen Es ist eine – im wahrsten Sinne des Wortes – ruhige Pfingstwoche in Wildeshausen, ganz ohne Gildefest. Auch die großen Musikzüge, die sonst gerade an den Haupttagen mehrmals täglich in der Innenstadt auf und ab marschieren, müssen in diesem Jahr auf den Höhepunkt ihres Vereinslebens verzichten. „Ich saß oft zu Hause und habe gedacht: Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl!“, erzählt Holger Becker. Er wäre dieser Tage als Dirigent des Musikkorps Wittekind sowie des Blasorchesters „Blow“ sogar in doppelter Funktion gefordert gewesen. Ein Streifzug durch die Musikerlandschaft...

Musikkorps Wittekind

Frei haben viele der insgesamt 52 Musikerinnen und Musiker des Musikkorps Wittekind in dieser Woche: Den Gildefest-Urlaub haben sie teilweise schon im November beantragt. „Wir haben Mitglieder, die sich seit 40, 45 Jahren jedes Jahr zu Pfingsten fünf Tage lang zum Musizieren freinehmen“, schildert Musikkorps-Geschäftsführerin Cornelia Wolter. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Seit zwölf Wochen konnten keine Orchesterproben mehr stattfinden, das für den 14. März geplante Jahreskonzert musste abgesagt werden, nicht einmal „Klein-Konzerte“ sind erlaubt.

Neben der persönlichen Ernüchterung über die Absage des Gildefestes treffen auch die finanziellen Einschränkungen den Verein. „Jeder unserer Auftritte wird bezahlt. Wenn alles abgesagt wird, haben wir auch keine Einnahmen“, so Wolter. Eine Folge: Man werde in diesem Jahr unter anderem keine neuen Uniformen anschaffen.

Wolter bedauert, dass es derzeit noch keine Perspektive für Musikvereine gibt. „Sportvereine dürfen ihren Betrieb wieder aufnehmen, wir müssen abwarten und wissen nicht, wann es weitergehen kann.“ Doch untätig ist das Musikkorps in Zeiten von Corona nicht: Pressesprecherin Lotta Matthiesen, Jugendwartin Elissa Jäschke und Orchestermitglied Celine Niester haben zuletzt jeden Freitag – statt der regulären Probe – bei Facebook und Instagram die Register vorgestellt. Zu Pfingsten gab es außerdem einen kleinen Film, den die drei Musikerinnen zusammengestellt haben. Darin lassen sie frühere Gildefeste Revue passieren – und hoffen, dass im nächsten Jahr wieder alle zusammen feiern können.

Blow

„Den meisten Musikern hat das Gildefest gefehlt“, berichtet Dirigent Holger Becker vom Feedback, das er bislang bekommen hat. Viele Mitglieder des Blasorchesters seien schließlich schon seit Jahrzehnten mit dabei. Vor allem der große Zapfenstreich am Sonntag auf dem Burgberg sei immer „einfach etwas Besonderes“. Becker: „Darauf arbeiten wir wochen- und monatelang hin, damit die Choreographie passt.“ Diesmal mussten die Musiker auf dieses geliebte Ritual verzichten. Ganz ohne Musik ging Pfingsten dann aber auch bei ihnen nicht ab. „Wir haben beispielsweise am Sonntag mit der Familie im Garten musiziert. Und ein paar Mitglieder vom Jugendorchester haben sich am Dienstag draußen getroffen und ein paar Lieder gespielt“, berichtet der Dirigent.

Generell sei derzeit noch vieles ungeklärt, was die zukünftigen Auftritte angehe. Immerhin sei die Reihe der Sommerkonzerte auf der Burgwiese weiterhin im Terminkalender. „Da können wir noch hoffen, denn die Konzertmuschel hat eine vernünftige Akustik und die Besucher können sich dort verteilen“, sagt Becker. In dieser Konzertreihe wäre „Blow“ einmal am 5. Juli und dann noch einmal am 12. September dran. Gerade das zweite Datum weckt beim Dirigenten und seinem Orchester große Vorfreude, denn an dem Tag ist neben dem Vormittagsauftritt auch das große Sommernachtskonzert unter dem Motto „Filmmusik“ geplant. „Wir hoffen, dass wir das nach der langen Pause auch ohne ganz viele aufwendige Proben hinbekommen“, blickt Becker voraus und ergänzt: „Es wäre schön, wenn das klappt – auch, um Musikern mal wieder eine Perspektive zu bieten.“

Spielmannszug

Nach fast drei Monaten ohne Proben und Auftritte sehnt man sich auch beim Spielmannszug und der „Beat & Brass Band“ wieder nach Normalität. Über 20 Auftritte – und damit etwa die Hälfte des gesamten Jahres – mit einer Marschlänge von insgesamt weit über 20 Kilometern hätte alleine der Spielmannszug in der Gildewoche auf dem Buckel gehabt. „Pfingsten hat schon eine ganz Menge gefehlt, vor allem zwischenmenschlich“, informiert der Vereinsvorsitzende Jens Kuraschinski.

Viele würden die Auftritte und gemeinsamen Proben vermissen. Deswegen sei es wichtig, dass es bald mit der Vereinsarbeit weitergehe. „Sicherlich kann man jetzt mal drei Monate verzichten, das ist tolerierbar. Aber ein Verein lebt einfach vom persönlichen Kontakt und der gemeinsamen Arbeit“, so Kuraschinski.

Aufgrund der zu erwartenden nächsten Lockerungen mache man sich beim Spielmannszug bereits Gedanken, wie in Zukunft die Proben bewerkstelligt werden können. Denn eins ist klar: Alle Musiker in Wildeshausen wünschen sich, dass statt der momentanen Ruhe bald wieder Musik in der Luft liegt...


Den Film gibt es unter   www.bit.ly/video-musikkorps 
Ein Video unter   www.bit.ly/video-blow 
Videos der Musikzüge unter: oder   www.bit.ly/video-spielmannszug  oder   www.bit.ly/video-beat-brass-band 
Gloria Balthazaar Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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