• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Gründung: Die Ankunft der Freimaurer

26.08.2017

Wildeshausen „Nach 300 Jahren ist die Freimaurerei jetzt auch in Wildeshausen angekommen“, stellt Dr. Walter Werner fest. Mancher Anstoß zu politischen und gesellschaftlichen Reformen sei vom Bund der Freimaurer ausgegangen. Aber auch Verfolgungen, Verurteilungen und Verdächtigungen seien die Freimaurer ausgesetzt gewesen. Bis heute seien Ignoranz und Vorurteile an der Tagesordnung, wenn es um die Frage geht: Was ist Freimaurerei und was ist sie nicht? Daher stellt sich die neu gegründete Loge der Öffentlichkeit vor. Die Brüder der Loge „Zur Morgenröte in der Geest“ werden am Dienstag, 19. September, um 20 Uhr im „Alten Amtshaus“ in Wildeshausen mit einem Vortrag über Freimaurerei berichten.

Anfragen aus Umgebung

Walter Werner und Thorsten Wunde aus Voßberg sowie Frank Köhler aus Dünsen sind drei von 13 Gründungsmitgliedern des neuen Vereins in Wildeshausen. Sie gehören alle einer Mutterloge an, wollen die neue Loge in Richtung Süden etablieren. „Es gibt Freimaurerlogen in Oldenburg, Delmenhorst und Bremen, aber südlich von Wildeshausen bis nach Osnabrück ist quasi Diaspora“, sagt Vorsitzender Werner und designierter Meister vom Stuhl der neuen Loge. 30 bis 50 Mitglieder sei eine gängige Größe. Es gebe bereits Anfragen aus den Nachbarkreisen Cloppenburg, Vechta und Diepholz.

Die Freimaurerei versteht sich als ein ethischer Bund freier Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst zu einem menschlicheren Verhalten führt. Die fünf Grundideale der Freimaurerei sind Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität.

„Viele Brüder kommen mit 40, 45 Jahren als Suchende zu uns“, sagt Thorsten Wunde. „Sie haben ihr Leben oft geregelt und stellen sich die Frage, was sie noch zu erwarten haben.“ So sei es auch Frank Köhler ergangen. „Mir fehlte etwas im Leben, ich wollte noch etwas Neues machen.“ Meistens würden Kandidaten von Logenmitgliedern angesprochen, ob sie an einer Mitgliedschaft interessiert sind.

„Über alle weltanschaulichen, politischen, nationalen und sozialen Grenzen hinweg wollen die Logen Menschen miteinander verbinden, die sich nach Herkunft und Interessenlage sonst nicht begegnen würden“, erläutert Werner. „Die Freimaurerlogen folgen damit ihrer alten Tradition, Trennendes zu überwinden, Gegensätze abzubauen, Verständigung, Verständnis und Freundschaft zu fördern.“

Thorsten Wunde hat sich vor Jahren selbst auf die Suche nach einer Loge gemacht. Für den 49-Jährigen sei die Zugehörigkeit zur Loge eine gute Gelegenheit, aus dem Alltag herauszukommen und zu entschleunigen. „Die Unrast des Alltagslebens bedarf eines Gegengewichts in Form von Nachdenklichkeit, Ruhe und Gelegenheit zum Sammeln neuer Kräfte“, sagt Werner. „Im freimaurerischen Brauchtum wird dies vermittelt.“

Freimaurer bieten Mitgliedern einen abgeschirmten Raum zum freien Meinungsaustausch, zugleich sind viele Veranstaltungen der Freimaurer heute öffentlich. „Die von den Freimaurern geübte Verschwiegenheit bezieht sich nur auf einige Einzelheiten des freimaurerischen Brauchtums und ist Symbol für den in jeder Gemeinschaft notwendigen Schutz von Freundschaft und persönlichem Vertrauen“, erklärt Werner.

Dass die Freimaurerei bis heute ein Männerbund ist, solle Homogenität und Identität der Logengruppe festigen und habe keinerlei diskriminierenden Charakter gegenüber Frauen. Der Tradition der europäischen Aufklärung folgend, würden sich die Freimaurer zu moralischen Werten und Überzeugungen bekennen. Der Freimaurerbund versuche nicht, ethische Überzeugungen in politische Programme zu übertragen.

Wöchentliche Treffen

Beim gemeinsamen Nachdenken und in kritischer Selbstaufklärung sollen Verhaltensweisen und Umgangsstile eingeübt werden. „Laut denken mit einem Freunde“, so Werner. Auf diese Formel habe der Freimaurer Lessing eine der zentralen Grundüberzeugungen der Freimaurerei gebracht. Bei den wöchentlichen Treffen würden Kurzvorträge gehalten, und anschließend werde darüber gesprochen. „Es gibt auch kulturelle Abende mit unseren Frauen“, sagt Werner. So habe es bereits ein erstes Gartenfest gegeben.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
Rufen Sie mich an:
04431 9988 2705
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.