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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Tonspuren zu Pfingsten auslegen

17.04.2018

Wildeshausen Da haben sich der Bürger- und Geschichtsverein, die Schützengilde sowie die Stadt Wildeshausen zusammen ein besonderes Schmankerl zum Gildefest ausgedacht: Am Pfingstsonntag und -montag, 20. und 21. Mai, veranstalten sie gemeinsam einen Töpfermarkt auf dem Stellmacherplatz – begleitend zum traditionellen Handwerkermarkt. Parallel zum Markt wird der Bürger- und Geschichtsverein mit einer Ausstellung in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Fahrschule im hinteren Teil des Stadthauses die Geschichte der Töpferei in Wildeshausen nachzeichnen. „Wir wollten die Ausstellung und den Markt beim Gildefest ansiedeln, um Pfingsten gemeinsam zu beleben“, so Birte Hogeback vom Stadtmarketing. Die gemeinsame Idee des Bürger- und Geschichtsvereins und der Stadt war demnach, die Wildeshauser Töpfergeschichte wieder etwas hervorzuholen.

Töpferhochburg

„Wildeshausen war zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert das Zentrum der Tontöpfer im Nordwesten. Zur Hochzeit im 18. Jahrhundert gab es hier 16 Töpfermeister“, erzählt Cornelia Harms vom Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen. Nach dem Niedergang der hiesigen Töpferkultur im 19. Jahrhundert – bedingt durch die zunehmende Konkurrenz durch Manufakturen sowie durch die Auflösung der Zünfte – war das kunsthandwerkliche Erbe der Wildeshauser Töpfer laut Harms lange Zeit in Vergessenheit geraten. Als in den 1970er-Jahren bei Ausgrabungen in Oldenburg vermehrt Objekte mit dem berühmten Wildeshauser Töpfer-W gefunden wurden, war dies ein Anlass, auch in der Wittekindstadt nach „Tonspuren“ aus vergangenen Zeiten zu suchen.

„Um 1990 wurden bei Ausgrabungen in Wildeshausen viele Objekte gefunden. Damit hatte man zum ersten Mal den Beleg dafür, dass in Wildeshausen viele Töpfer ansässig waren“, so Harms weiter.

In der Ausstellung werden ausgewählte Originalobjekte gezeigt, die das breite Spektrum des Töpferhandwerks in Wildeshausen repräsentieren. Ausgestellt werden vom Museumsdorf Cloppenburg bereitgestellte Objekte sowie zwei Tonkrüge aus dem Privatbesitz von Helga Müller.

„Als wir 1970 gebaut haben, stieß mein Vater Fritz auf einen harten Gegenstand“, erzählt Müller. Zwei schön verzierte Tonkrüge kamen zum Vorschein. Sie fragte sich, wie die Töpfe dort in die Erde gekommen seien. Ein Rätsel, das Cornelia Harms lösen kann: Neben dem Gelände der Müllers in der Düsternstraße wohnte früher ein Töpfer. „Zwei unbeschädigte Töpfe zu finden, ist schon etwas Besonderes“, freut sich Harms.

Die Objekte werden in der Ausstellung durch Informationen zu Entstehung, Entwicklung und Niedergang sowie zu Techniken, Formen und Verzierung der Objekte des Töpferhandwerks in Wildeshausen ergänzt.

Eröffnet wird die Ausstellung am Pfingstsonntag um 11 Uhr. An beiden Pfingsttagen ist sie von 11 bis 18 Uhr geöffnet, ebenso der Töpfermarkt. Für Letzteren wurden bereits sieben Töpfer rekrutiert – allesamt Kunsthandwerker aus Norddeutschland.

Töpferobjekte gesucht

Töpfer aus der Region, die Interesse an einem Stand beim Wildeshauser Töpfermarkt haben, können sich unter Telefon  04431/88 881 bei Birte Hogeback melden. Für die Ausstellung sucht der Bürger- und Geschichtsverein noch weitere Leihgaben: „Es gibt garantiert noch viele Töpferobjekte in Privathaushalten in Wildeshausen und umzu. Wir wären dankbar, wenn uns der ein oder andere Gegenstand zur Verfügung gestellt würde“, bittet Karl-August Kolhoff die Wildeshauser um Unterstützung für eine gelungene Ausstellung.

Nathalie Meng
Volontärin, 1. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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