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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Ein Mann erinnert in acht Rollen an Holocaust

07.11.2017

Wildeshausen Christoph Pauli hat am Samstagabend im Forum des Gymnasiums Wildeshausen gleich in Doppelfunktion die Zuschauer begrüßt – zum einen im Namen des Kulturkreises Wildeshausen, zum anderen als Vertreter des Arbeitskreises „Für Demokratie und Toleranz“ im Präventionsrat der Stadt Wildeshausen.

Gezeigt wurde an dem Abend die Inszenierung „Place of birth: Bergen Belsen“. Der bekannte Darsteller Peter Bause von den Hamburger Kammerspielen führte damit das letzte Bühnenwerk einer Trilogie auf. „Jugend ohne Gott“ und die „Judenbank“ waren die anderen beiden Aufführungen, in denen sich Bause gegen das Vergessen von Holocaust und Opfern der Gewaltherrschaft aussprach.

zum Gedenken an die Judenverfolgung

9. November: Gedenkstunde zum Judenpogrom 1938, 16 Uhr, jüdischer Friedhof Wildeshausen, anschließend Erinnerungsgang zum Gedenken an die jüdischen Familien in Wildeshausen.

14. November: Lesung mit der schwedischen Autorin Rose Lagercrantz, Kinderlesung um 15 Uhr in der Bücherei, 19.30 Uhr Lesung für Erwachsene im Rathaussaal („Wenn es einen noch gibt – ein Familienporträt“), Eintritt fünf Euro.

22. November: Dokumentarfilm „Wir sind Juden aus Breslau“ (überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933), 20 Uhr, Kino Wildeshausen.

„Es ist eine der wichtigsten Aufgaben, Jahr für Jahr auch hier in der Stadt Wildeshausen an die schrecklichen Ereignisse der Nazi-Herrschaft zu erinnern“, hatte Pauli dazu vor überschaubarem Publikumsinteresse in seiner Begrüßung erklärt. KZ-Insassen befreit zu haben, reiche nicht allein. Vielmehr bleibe die Verantwortung für Holocaust immer auf Deutschland haften. „Deshalb dürfen wir nicht aufhören, daran zu erinnern, damit gleiches nicht noch einmal passieren kann“, sagte Pauli.

Bause schlüpft in der dritten und letzten Aufführung in gleich acht Rollen. Während „Jugend ohne Gott“ vor dem Krieg spielt und „Die Judenbank“ sich mit dem Ansinnen beschäftigt, während des Krieges Jude zu werden, geht es in „Place of birth“ um das Leben im Nachkriegsdeutschland. Eine Zeit, in der der Nationalsozialismus aus den Köpfen und Herzen der Deutschen gewichen ist.

Nach wahren Begebenheiten und unter Verwendung historischer Dokumente entstand die Geschichte Jakob Weintraubs, der als Sohn jüdischer Eltern nach dem Krieg im Lager Bergen-Belsen geboren wurde.

Damit war er nicht direktes Opfer, aber die Vergangenheit legte auch auf sein Leben einen Schatten. Seine Eltern gehören zu den wenigen KZ-Überlebenden, die am Ort des Schreckens als „displaced persons“ weiterleben müssen, weil sie noch keine Ausreisegenehmigung hatten.

Bis heute wird Jakob Weintraub mit den Erinnerungen aber auch der Scheinheiligkeit seiner Mitbürger konfrontiert. Ein Stück, das mittlerweile wieder von eindringlicher Aktualität ist.

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