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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Kulturkreis: Welche Fontane-Frau darf’s sein?

04.11.2019

Wildeshausen Als eine „kuschelige Enge“ hat Horst Strömer vom Kulturkreis Wildeshausen am Freitagabend die Atmosphäre im Trauzimmer im historischen Rathaus bezeichnet: Für gewöhnlich bietet der Raum Platz für 60 Stühle, an dem Abend standen dort 75. Der Andrang war groß auf die Lesung „Fontanes Frauen“ mit Robert Rauh.

Die Veranstaltung bildete den Auftakt der Ring-Lesungen (siehe Infobox), organisiert vom Kulturkreis, im November. Sie war voll ausverkauft. „Aber wir haben zum Glück niemanden nach Hause schicken müssen“, zeigte sich Strömer erleichtert.

Weitere LEsungen

Diese Autoren werden die Ring-Lesungen des Wildeshauser Kulturkreises im November demnächst fortsetzen:

Lesung für Kinder mit drei verschiedenen Werken, mit René Schack, Samstag, 16. November, 15 Uhr, Gilde-Buchhandlung, Westerstraße.

„Fels“, mit Kolja Mensing am Samstag, 16. November, 20 Uhr, Galerie Berlinicke, Harpstedter Straße.

„Ganz und gar nicht platt“, mit Annika Blanke, Renate Blauth und Schülern des „Plattdüütsch Lääswettstriets“, Samstag, 23. November, 20 Uhr, Musikschulsaal, Burgstraße.

    kulturkreis-wildeshausen.de

In seinen Büchern beschäftigt sich Rauh, Gymnasiallehrer in Berlin, unter anderem mit Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898). Naheliegend, dass der Kulturkreis Rauh für eine Lesung im „Fontane-Jahr“, in dem der Schriftsteller 200 Jahre alt geworden wäre, nach Wildeshausen eingeladen hatte. Strömer erklärte den Besuchern, dass Wildeshausen im kommenden Jahr mit „750 Jahre Stadtrechte“ ebenfalls ein Jubiläum feiert – die Lesung sei Gelegenheit, diese beiden Jubiläen miteinander zu verbinden.

Rauh brachte sein Werk „Fontanes Frauen – Fünf Orte, fünf Schicksale, fünf Geschichten“ mit. Darin porträtiert er fünf Persönlichkeiten, die Fontane als Vorbilder für seine Bücher dienten.

Auf welche der Vorbilder Rauh im Detail eingehen sollte, überließ er dem Publikum: Per Abstimmung auf Papier konnte es entscheiden, ob Elisabeth von Ardenne („die Ehebrecherin“), Martha Fontane („das Sorgenkind“), Grete Minde („die Brandstifterin“), Caroline de la Roche-Aymon („Prinzessin Goldhaar“) oder Charlotte von Arnstedt („die Krautentochter“) die Hauptrolle des Abends einnehmen sollte.

Die Veranstalter rechneten mit von Ardenne, die Vorbild der bekannten Effi Briest war. Die Mehrheit wollte jedoch mehr über „die Krautentochter“ von Arnstedt erfahren. Sie hatte von 1762 bis 1819 gelebt. Fontane machte ihre Biografie in dem Werk „Fünf Schlösser“ bekannt. Ihr Leben in Stichworten zusammengefasst: drei Ehen, eine Entführung, ein Duell, Affären und Intrigen.

Laut Fontane verdrehte sie der Männerwelt die Köpfe. Heute würde man sie als „Partymaus“ bezeichnen, ergänzte Rauh. Für seine Recherchen besuchte und fotografierte er mehrfach ihren Wohnsitz: das Landgut „Schloss Hoppenrade“ in Brandenburg.

Das Trauzimmer war angesichts des Themas also bewusst vom Kulturkreis als Veranstaltungsort gewählt worden. Und, ergänzte Horst Strömer eingangs: Bei solch einem Thema dürfe es ja auch mal kuschelig werden.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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