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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Mit Gitarre Richtung La Gomera

19.10.2019

Wildeshausen /La Gomera Angelika Stelter klopft sich die Hände an der Hose ab. Sie kommt gerade aus dem Garten. „Alles winterfest machen.“ Auf dem Küchentisch liegt eine Liste: Vor ihrer Abreise gilt es, noch einiges vorzubereiten. Für ein halbes Jahr reist sie mit Gitarre und Rucksack durch La Gomera. Ihr Mitbewohner passt in der Zeit auf das Haus auf.

Idee seit 2018

„Ich habe so etwas noch nie gemacht“, sagt sie. „Ein guter Freund empfahl mir La Gomera.“ Auf der kleinen Kanarischen Insel würden viele Freigeister leben – das mache für sie den Reiz aus. Ende Dezember ist ihr die Idee gekommen, die Reise anzutreten. „Meine Lebensgefährtin war sofort begeistert.“ Im Gegensatz zu ihren Kollegen der Band „Honeytruck“, in der Stelter singt. „Sie hielten es erst für einen Scherz.“

Über 4000 Kilometer entfernt

La Gomera gehört zu Spanien. Es ist die zweitkleinste der insgesamt sieben kanarischen Inseln mit eigener Verwaltung. Sie liegt mehr als 4000 Kilometer von Wildeshausen und rund 1300 Kilometer vom spanischen Festland entfernt. Nach Angaben des Statistischen Amts der Europäischen Union zählt La Gomera 21 525 Einwohner (Stand 2017). Wildeshausen kommt laut Statistik auf rund 21 000 Einwohner.

Die Abschiedsfeier wurde vor einer Woche gefeiert, der Gitarrentasche wurden Karabinerhaken angenäht. „Damit ich sie an meinen Rucksack packen kann.“ Ein Mikrofon mit einem Ständer sowie Rasseln und solarbetriebene Akkuladegeräte sind ebenfalls im Gepäck. Die „Honeytruck“-Sängerin und Mitglied des Musikduos „Nothing left to lose“ wird nämlich – naheliegend – auf den Straßen La Gomeras musizieren. Straßenmusik habe sie noch nicht gemacht, nur ein bisschen auf dem Hökermarkt in Colnrade für die Besucher, erzählt die Wildeshauserin. Hardrock, Punk und Metal ist das Genre von „Honeytruck“ – nicht gerade geeignet für die Straßen, findet auch Stelter. Auf einem Tablet hat sie die Akkorde von Liedern von Annett Louisan oder Janis Joplin gespeichert. „Ich gehe auch davon aus, dass viele Trommler da sein werden.“ Ein Bekannter sei mit seinem Cachon nach La Gomera gereist, um dort zu trommeln. „Ich könnte mir auch vorstellen, mal in den Club zu gehen und dort zu spielen.“ Außerdem möchte sie das Tonstudio „Casa La Musica“ aufsuchen. Und vielleicht, wenn es sich ergibt, dort auch etwas aufnehmen. „Oder vielleicht eine Veranstaltung hochziehen.“

Alt-Hippies und Strände

Gebucht hat Angelika Stelter im Übrigen noch nichts. Vor Ort möchte sie schauen, wo sie schlafen kann. Und wenn kein Zimmer frei sein sollte: „In La Gomera ist es warm, es gibt Strände und Höhlen.“ Überhaupt freut sich die Wildeshauserin aufs Wetter, „auf offene Menschen, viele Musizierende am Strand, Begegnungen mit Alt-Hippies, auf Avocado- und Mangobäume“. Spanisch kann die 31-Jährige nur wenig. „Ich hatte mal eineinhalb Jahre Spanisch. Und sieben Jahre Französisch, das ist ja eine ähnliche Sprache.“ Mit einer Mischung aus „ein bisschen Spanisch, Englisch und Händen und Füßen“ werde sie sich verständigen.

Bei der Anreise verzichtet Stelter aufs Flugzeug. Fähre, Zug und Bus wird sie nehmen. „Die Insel kann auch gar nicht direkt angeflogen werden.“ Bevor es über Frankreich und Spanien mit „Couchsurf“-Zwischenstopps zur Kanarischen Insel geht, besucht sie ab Mittwoch ein paar Freunde und ihren Großvater in Deutschland.

Aufs Handy möchte die Wildeshauserin während ihrer Reise nur alle zwei Wochen und höchstens im Notfall schauen. „Und ich möchte ganz viele Karten verschicken – die bekommt man mittlerweile so selten.“

Dass sie länger als ein halbes Jahre wegbleibt, dürfte für die Wildeshauserin aber ausgeschlossen sein: „Im Frühjahr komme ich wieder, um das nächste Rock gegen Rechts“ – eine Musikveranstaltung in der Wittekindstadt – „zu organisieren.“

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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