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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

„Das Danke steht vor jeder Bitte“

01.11.2017

Wildeshausen /Landkreis So gut besetzt wie sonst nur zu Heilig Abend war am Dienstag die Alexanderkirche in Wildeshausen. „Mit so vielen Menschen haben wir nicht gerechnet“, räumte Pastor Lars Löwensen ein, der mit seinen Amtskollegen Beatrix Konukiewitz und Markus Löwe durch den Festgottesdienst zum 500. Jahrestag der Reformation führte.

Anlässlich des Jubiläums war der 31. Oktober erstmals bundesweit ein Feiertag. Laut Überlieferung soll der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther am Abend vor Allerheiligen 1517 an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg 95 Thesen zu Ablass und Buße angeschlagen haben. Im Gedenkjahr wurde auch diskutiert, welchen Einfluss Luthers Thesen heute noch haben.

Luther habe in einer Zeit mit vielen Todesängsten gelebt, so Pfarrer Löwensen. Dennoch habe der Reformator stets gebetet, dass Gott ihm „ein fröhlich’ Herz“ schenke. Konukiewitz sagte unter Bezug auf Luthers Theologie: „Der Zuspruch Gottes steht vor jedem Anspruch. Das Danke steht vor jeder Bitte.“ Löwe erinnerte an die Aktionen im Jubiläumsjahr, so das Konfi-Camp in Wittenberg. Er zitierte den Aphorismus „Glaube ist eine lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gnade.“ Luthers Worte seien „voller Kraft und Enthusiasmus“.

Kantate von Bach

Die drei Pfarrer stimmten mit ihrer Predigt jeweils auf die drei Sätze der Kantate „Nun danket alle Gott“ (BWV 192) von Johann Sebastian Bach ein. Das Werk, kraftvoll vorgetragen von der Kantorei und dem Sinfonieorchester der Alexanderkirche unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Ralf Grössler, stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Spontan Applaus brandete nach dem zweiten Satz, dem Duett „Der ewig reiche Gott“ mit Yvoty Ianniello (Sopran) und Max Grimme (Bass), auf. Und ein Hauch Kirchentagsstimmung flirrte durch die Alexanderkirche beim Finale mit Grösslers heiterer Version des bekannten Luther-Chorals „Verleih uns Frieden gnädiglich“.

Fern vom üblichen Programm der Sonntagsgottesdienste waren auch die Angebote in anderem Kirchengemeinden des Landkreises zum Reformationstag: In der Huntloser St.-Briccius-Kirche sprach Pfarrerin Brigitte Gläser, Leiterin der Akademie der Evangelisch-lutherischen Kirche Oldenburg, über die Auswirkungen der Reformation auf Kirche und Gesellschaft. Im Großenkneter Karkenhus wurde am Nachmittag die Fernsehübertragung des Festgottesdienstes aus der Wittenberger Schlosskirche gezeigt. Pünktlich um 15.17 Uhr begann am Reformationstag der Gottesdienst in der Harpstedter Christuskirche.

In Hude wurde ab 11.11 Uhr im Martin-Luther-Gemeindehaus ein Kinder- und Familiengottesdienst gefeiert. An dem Gottesdienst am Abend in der Elisabeth-Kirche wirkten auch die Gospelsingers und der Bläserkreis mit.

Unter dem Motto „Ein feste Burg ist unser Gott“ stand das Reformationsfest am Abend in der Benthullener Kirche. Für den musikalischen Rahmen sorgten hier der Shantychor Oberlethe sowie der Männergesangsverein „Sangeslust“ sowie das Quartett „TonArt 4.1“. Und in Sandkrug wurde vormittags ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert.

Stück zum Psalm 31

Höhepunkt des Reformationstages in Wildeshausen war am Abend ein Festkonzert in der Alexanderkirche. Chor und Sinfonieorchester unter der Leitung von Ralf Grössler spielten die Reformationssinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847). Angereichert wurde das Programm mit einem Stück zum Psalm 31 („In Gottes Händen geborgen“). Auch dort ist von einer „festen Burg“ die Rede. Zum Abschluss brachten die Musiker Stücke aus verschiedenen Jahrhunderten zu Gehör, die sich mit Luthers Choralfantasie „Verleih uns Frieden gnädiglich“ befassen.