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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Wildeshausen älter als 750 Jahre

16.10.2019

Wildeshausen /Lemgo Fällt das Jubiläum „750 Jahre Stadtrechte“ im nächsten Jahr in die Rubrik „Fake News“? Fast könnte es den Anschein haben. „Wildeshausen ist viel früher Stadt geworden“, sagt der Historiker Dr. Albrecht Eckhardt. Gefeiert werde 2020 die Verleihung des „Bremer Stadtrechtes“, das 1270 von „enormer ökonomischer Bedeutung“ gewesen sei.

Unter dem Titel „Wildeshausen – Stadtrecht und Stadtwerdung“ hat Eckhardt, von 1977 bis 2002 Direktor des Niedersächsischen Staatsarchivs Oldenburg und in Wildeshausen bekannt als Herausgeber des 1999 erschienenen, 1000-seitigen Bandes „Wildeshausen, Geschichte der Stadt“, einen Beitrag für den Oldenburgischen Hauskalender 2020 verfasst. Das als „Roter Hauskalender“ in der Region bekannte Heft versteht sich als Kulturmagazin für das gesamte Oldenburger Land – und natürlich auch für Wildeshausen. Verleger Florian Isensee, Herausgeber Dr. Jörgen Welp stellten gemeinsam mit Bernd Oeljeschläger und Cornelia Harms vom Bürger- und Geschichtsverein am Dienstag die neue Auflage des illustrierten Magazins vor.

Bild von Alexanderkirche

Bereits auf Seite 4 ist die Alexanderkirche samt Remter abgebildet. Das Stadtrechte-Jubiläum gehöre zu den wichtigen Ereignissen 2020 im Oldenburger Land, so Welp. Weitere Beiträge befassen sich beispielsweise mit den musizierenden Putten am Münstermann-Altar in Varel, der niederdeutschen Komödie „Krach um Jolanthe“ oder der Leinenweberei in Neustadtgödens im 17. Jahrhundert. Der Hauskalender erscheint schon seit 1827, also im nunmehr 194. Jahrgang, und ist damit das älteste Periodikum im Verlagsprogramm, sagte Verleger Florian Isensee stolz. Angetan von dem Impuls Eckhardts zur Wildeshauser Tradition zeigte sich auch Bernd Oeljeschläger.

Eckhardt war von Welp angesprochen worden, ob er einen Beitrag für den Hauskalender verfassen wolle. Der 81-jährige Edewechter wies in einem Schreiben an den Bürgermeister darauf hin, dass Wildeshausen schon vor 1270 zur Stadt geworden sei. Als er nur ein knappes Antwortschreiben erhalten habe, fühlte er sich zusätzlich angespornt. Eckhardt forschte in Archiven und verglich mittelalterliche Stadtsiegel. Nach bisherigem Verständnis zeigt das offizielle Wildeshauser Wappen die Alexanderkirche mit dem Heiligen Alexander sowie eine fünfblättrige Rose. Eckhardt hegt Zweifel, da nach einem Bericht aus dem 17. Jahrhundert im Jahr 1214 oder 1219 die Westtürme der Kirche eingestürzt seien. Vermutlich handele es sich im Wappen eher um eine Stadtmauer mit zwei Türmen.

Zudem schlägt der Historiker einen Bogen nach Ostwestfalen: Dort hätten die Edelherren zur Lippe im 13. Jahrhundert für Städte wie Lemgo, Blomberg oder Detmold Siegel gestiftet, die Rose mit Stadtbefestigung zeigen. Aber wie kamen lippische Vorbilder nach Wildeshausen? Eckhardt weist darauf hin, dass von 1231 bis mindestens 1243 Otto Edelherr zur Lippe Probst des Alexanderstifts in Wildeshausen und später, bis zu seinem Tod 1259, Bischof von Münster war. Zur Zeit des Probstes Otto seien auch die beiden silbernen Armreliquare des Alexanderstifts gefertigt worden. Außerdem gebe es weitere Belege, dass Wildeshausen schon ab 1230 Stadt gewesen sein muss. In einigen Quellen sei auf Latein schon vor 1270 von Bürgern (Cives) und der Stadt (Oppidum) die Rede.

Älteste Stadt

Aus Sicht Oeljeschlägers lohne es sich nicht, darüber zu streiten. „Ich bin mir sicher, dass Bürgermeister Kuraschinski die Ereignisse historisch korrekt einordnen wird“. Auch Kuraschinski betont immer wieder, dass 2020 „750 Jahre Bremer Stadtrecht“ gefeiert werde. Wildeshausen ist die älteste Stadt im Oldenburger Land. Und bei der 750 handele es sich um „ein magisches Datum“, so Oeljeschläger. Darin wusste er sich mit Eckhardt einig: „Die Wildeshauser sollen 2020 ruhig feiern“, so der Historiker, „das will ich nicht verhindern.“
 Der Oldenburgische Hauskalender 2020 ist zum Preis von 4,95 Euro im Buchhandel und über den Zeitschriftenhandel erhältlich.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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