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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Blind Date mit einer erfolgreichen Autorin

07.09.2018

Wildeshausen Eine schwarze Lederjacke hängt am antik anmutenden Sessel. Sie könnte einem Mann oder einer Frau gehören. Noch rätseln die knapp 30 Besucher in der Gilde Buchhandlung am Mittwochabend, welcher Name sich auf den Buchcovern unter der Decke auf dem Tisch daneben befindet.

Erste Hinweise haben sie: Es ist einer von 20 Autoren der Longlist des Deutschen Buchpreises. Und in dem Buch geht es um vier Generationen einer Familie.

Einige der Gäste hatten es im Vorfeld bereits richtig vermutet: Franziska Hauser kam zur ersten „Blind-Date-Lesung“ in die Buchhandlung in der Westerstraße. Die leise Stimme der 43-jährigen Berlinerin legte zu Beginn nahe, dass sie schüchtern ist, doch weit gefehlt. Nach und nach lüftete sich nicht nur das Geheimnis um den Inhalt ihres Buches und ihre Familie, sondern auch darum, was für eine Person sie selbst ist.

Die Gastgeber des Abends, Kerstin und Peter Gebhardt, stellten die Autorin für das Publikum vor: Franziska Hauser studierte erst Bühnenbild und freie Kunst an der Kunsthochschule Berlin Weißensee, später Fotografie an der Ostkreuzschule bei Arno Fischer.

Wie auch in dem Buch klar wird, stammt sie aus einer Künstlerfamilie. Der Großvater war Autor, genauso wie der Vater ihrer zwei Kinder. Ihr Vater ist Dokumentarfilmer und lebt in Oldenburg.

Die Protagonistin im 431-Seiten-Roman, Tamara Hirsch, beschreibt ihre Mutter. Sie arbeitete als Puppenspielerin. „Bei uns am Tisch wurde ständig gespielt. Alles wurde lebendig“, erzählte Hauser.

Solche Szenen werden auch im Buch deutlich. Mit ihrem Berliner Dialekt, zackig und authentisch, nicht etwa langsam und gestelzt, las sie entsprechende Stellen vor.

Immer wieder lachte das Publikum. Zum Beispiel als Hauser beschrieb, wie Haushälterin Irmchen eine Entschuldigung schreibt. „Tamara konnte jestern nicht zur Schule kommen.“ Das junge Mädchen schaut ihr dabei auf die Finger und verbessert: „Ick glaube, jestern wird nicht mit j jeschrieben“.

„Die Gewitterschwimmerin“ ist ein Roman, der in zwei Erzählsträngen ihre Familiengeschichte abbildet. „Ich musste von jedem die Einverständniserklärung einholen, damit mich keiner verklagt“, erklärte Hauser.

Hauptperson Tamara ist eigensinnig und hasst Regeln. An vielen Stellen berührt der Roman seine Leser. Durch ihre klare, authentische Sprache konnten sich auch die Wildeshauser in die Figuren einfühlen. Großer Applaus – kaum einer verließ die Lesung ohne ein signiertes Buch.

Ob es für diese außergewöhnliche Frau und ihren Generationsroman für den Deutschen Buchpreis reicht, wird erst am 8. Oktober bekannt. Erstmal hofft Hauser darauf, auf die Shortlist zu kommen. Diese wird am 11. September veröffentlicht.

Anna Lisa Oehlmann
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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