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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

„Wir feiern mit den Senioren das Leben“

31.03.2018

Wildeshausen Bei den Ostergottesdiensten in den Wildeshauser Seniorenheimen steht das Leben im Fokus, nicht die Passion: „Wir feiern das Leben, oder vielmehr: Leben und Mitleiden. Auferstehung bedeutet letztlich, dass Gott mit uns mitleidet, mit uns Sympathie hat“, erklärt Pastorin Silvia Duch. Duch ist Altenseelsorgerin für die Senioreneinrichtungen in Wildeshausen und feiert dort die evangelischen Gottesdienste. Ludger Brock, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Peter Wildeshausen, fügt hinzu: „Das ist die Kernbotschaft von Ostern: die Auferstehung und das Leben.“

Selbst beim Symbol des Kreuzes stehen laut Pastorin Duch nicht Kreuzigung und Tod im Zentrum: „Das Kreuz ist ein Zeichen für das Leben, das gesegnet wird.“ Es erinnere an Christus, der sich des Lebens freue, so Brock. Genau diese Lebensfreude möchten die beiden Seelsorger zu Ostern auch in den Seniorenheimen verbreiten.

Tradition ist wichtig

Dazu gehören jedoch nicht nur Gottesdienste. Silvia Duch betont, wie wichtig Atmosphäre und Traditionen in Seniorenheimen sind. Es werde mittlerweile überall – nicht nur in den Heimen – wieder vermehrt auf Traditionen geschaut, so Duch. Die Vorbereitung von Festen wie Ostern sei wieder mehr ins Zentrum gerückt: „Es wird nicht mehr nur konsumiert. In den Altenheimen ist das schon früher wieder wichtiger geworden. Insofern waren Seniorenheime hier Trendsetter“, findet sie. So werde während des gesamten Jahres mit den Senioren den Jahreszeiten entsprechend gebastelt und geschmückt. Vor allem in den kirchlichen Einrichtungen Alexanderstift und Johanneum stehen dabei eben die christlichen Feste und Feiertage im Mittelpunkt. Der Osterschmuck dieser Tage steht im Zeichen des Frühlings und des Erwachens – das pralle Leben also.

Tod ist oft präsent

Dass der Tod in den Tagen zwischen Palmsonntag und Ostern jedoch auch eine wichtige Rolle spielt, streiten die Geistlichen nicht ab. „Ostern kann man nur feiern, wenn man auch Gründonnerstag und Karfreitag feiert“, stellt Pfarrer Brock klar. Das Thema Tod sei bei Älteren oftmals präsenter, so Brock. Vielen Senioren sei jedoch im Gegensatz zu jüngeren Generationen noch bewusster, dass Leben und Tod zueinander gehörten und sie gingen deshalb auch gelassener damit um, ergänzt Silvia Duch. Für einen anderen, besonderen Umgang mit dem Thema Tod und Auferstehung bei der Seelsorge in Seniorenheimen sind Ludger Brock und Silvia Duch jedoch nicht: „Der Tod ist immer ein sensibles Thema, schließlich geht es um den Menschen“, so Brock.

Das konzentrierte Leben

Und dennoch: Leben, Sterben und Auferstehung werden in der Karwoche konzentriert. Ob die Senioren das spüren? Mit einem bestimmenden „Ja!“ beantworten Duch und Brock diese Frage. „Die Gottesdienste bei den Senioren sind teilweise intensiver als Gemeindegottesdienste. Das kann schon an die Substanz gehen“, räumt Duch ein. Brock ergänzt hierzu, es bewege ihn immer, wenn er die Senioren im Gottesdienst lächeln sehe. Auch bei der Frage, ob diese Gottesdienste für sie als Prediger etwas Besonderes seien, sind sie sich einig: Das „Ja!“ kommt erneut einstimmig und entschlossen. Sowohl die katholischen als auch die evangelischen Gottesdienste in den Altenheimen sind offen für alle – „Jeder ist willkommen“, so Brock. Dass speziell zu Ostern vermehrt auch Angehörige der Senioren oder andere Gemeindemitglieder die Gottesdienste besuchten, können Duch und Brock nicht bestätigen. Gut besucht seien die Gottesdienste das ganze Jahr über. „Die Menschen kommen gerne“, betont Duch.

Auch werde bei den Gottesdiensten viel Wert auf das Gewohnte, Vertraute gelegt: „Wir singen alte Lieder, die die Älteren kennen“, so Duch. Ebenso wichtig seien bekannte Psalmen, Verse und Gebete – sowie eine Predigt in einfacher Sprache.

Die beiden Seelsorger jedenfalls sind in der Osterzeit ganz für die Senioren da – wie an anderen Tagen auch. „Ich nehme mir immer Zeit, da wird nicht auf die Uhr geschaut. Darum bin ich schließlich Priester geworden: Für Gott und für die Menschen“, lacht Ludger Brock. Und mit den Menschen möchte er die Freude über die Auferstehung Christi feiern. „Ja, an Ostern feiern wir das Leben“, wiederholt Silvia Duch. Ein Satz, den man wahrlich nicht oft genug hört.

Nathalie Meng
Volontärin, 1. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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