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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Werder-Fan macht Versprechen wahr

17.05.2018

Wildeshausen König der Wildeshauser Schützengilde wollte er schon immer werden. „Kinderkönig hat leider nicht geklappt“, erzählt Paul Niester, „also habe ich mir geschworen: Dann holst du den Vogel eben später von der Stange!“ Am 1. Juni 1993, bei herrlichem Pfingstwetter, erfüllte sich der Wildeshauser seinen größten Wunsch und wurde König der Gilde.

Vier Anläufe

An das Ereignis vor 25 Jahren kann sich der gelernte Kunstschlosser noch genau erinnern. Viermal hatte er in den Vorjahren schon den Papagoy ins Visier genommen. Vater Bernhard hatte schon auf Platt gemahnt, wer das denn wohl bezahlen solle. „Du bestimmt nicht“, so die Antwort. Als „persönlicher Berater“ stand ihm Otto Flege zur Seite. „Er riet mir, beim Schießen den Atem anzuhalten.“ Das hat offenbar geholfen. Niester holte den Vogel, vom Schaffer des Vorjahres, Benno Bullermann, in Auftrag gegeben, von der Stange.

Kaum hatte Niester die Siegerfaust geballt, wurde er übermütig. „Wenn Werder Bremen Deutscher Meister wird, baue ich die Bühne im Festzelt ab“, versprach der bekennende Werder-Fan. Tatsächlich holten die Hanseaten am folgenden Wochenende in Stuttgart den Meistertitel. Zum Einmarsch beim Kinderschützenfest hatte der damalige Hauptmann der Wache, Udo Apeler, grün-weiße Fahnen organisiert. Paul Niester sang zu später Stunde im Zelt das Werder-Lied und Martin („Seppl“) Reiser, König im Jahr 1990, warf seine Lederhose ins johlende Publikum.

An das Jahr seiner Regentschaft erinnert sich der inzwischen 69-jährige Niester gern zurück. „Wir haben an allen Aktivitäten der Gilde teilgenommen“, erzählt Ehefrau Ursula. Auch die Zusammenarbeit mit dem damaligen Schaffer Udo Leibscher verlief hervorragend. Als Begleiter standen dem König Heinz Hoffmann und Andreas Tangemann zur Seite. Niester und Leibscher waren der erste König und der erste Schaffer, die vor dem Kreishaus an der Delmenhorster Straße vorgestellt wurden. Vorher standen Landrat und Oberkreisdirektor am Alten Amtshaus parat. „Meine Kollegen haben mir einen tollen Empfang bereitet“, erzählt Niester, damals selbst Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Dankbar sind die Niesters auch für die Unterstützung der Nachbarschaft in der Platanen- und Ulmenstraße. „Die waren alle sehr aktiv und haben gemeinsam Brote geschmiert für den Empfang“, sagt Ursula Niester. „Wo gibt es das heute noch?“ Natürlich waren auch die Töchter Michaela und Andrea stolz, als ihr Vater König wurde.

Auf das Gildefest in diesem Jahr freut sich Paul Niester besonders – nicht nur, weil er im Krandel den Orden für 25-jährige Mitgliedschaft in der Königskompanie erhalten wird. Der 69-Jährige darf als Wahlmann den Schaffer wählen. Außerdem liegen diverse Einladungen vor, so zum Offiziersausflug. Und spätestens am Samstag, 26. Mai, wird Niester wieder im Krandel stehen: Daumen drücken für Enkel Lannig. Der Zwölfjährige möchte das erreichen, was Opa nicht geschafft hat: Kinderschützenkönig werden.

Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

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