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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Famos-festliche Familienband(e)

02.01.2019

Wildeshausen Die rund 260 Gäste beim Silvesterkonzert in der Wildeshauser Alexanderkirche haben am Montagabend mitunter ihren „Einsatz“ verpasst. Bei mehreren Liedern, Gedichten und Texten begannen sie mit dem Applaus bereits, obwohl der jeweilige Vortrag noch gar nicht ganz beendet war. Das war keineswegs schlimm, denn Kantor Ralf Grössler integrierte die kleinen Stopps gekonnt in das Programm. Es gab dem festlich-romantisch-meditativem Konzert eine kommunikative Komponente. Passte gut aus zwei Gründen: Musiker und Zuhörer kennen sich oft schon lange angesichts der Tradition der Konzerte, und das Thema des Abends lautete diesmal „Familienbande“.

„Lassen sie das ,e’ einfach weg. Dann heißt es Familienband und das trifft es besser“, sagte Ralf Grössler in seiner Begrüßung. Wie wahr! Früher hatte er bei den Silvesterkonzerten an Orgel und Klavier gespielt und mitunter gesungen. Dazu spielte Ehefrau Dagmar Grössler-Romann am Vibraphon. Inzwischen sind Tochter Ylva (Harfe, Vibraphon, Gesang) und Yngve Grössler (Schlagzeug, Marimbaphon) feste Größen. Das musikalische Quartett bestreitet zusammen den Abend, mit Vater Grössler als (weitgehendem) Ideengeber und Moderator.

Das Motto des musikalischen Jahresrückblicks kommt besonders zum Vorschein, als sich Ralf Grössler zusammen mit dem Nachwuchs an das Instrument seiner Frau wagt. Das Arrangement für vier Spieler des „alten französischen Lieds“ von Peter Tschaikowski macht ihnen einen Heidenspaß im Gotteshaus. Selten war die Spielfreude am Vibraphon derart augenscheinlich.

Nach dem Einstieg mit Bach an der Orgel zauberten Grösslers ein Programm, fein austariert zwischen klassischen Stücken und melancholischen-witzigen Texten im Liedermachersound. Von Reinhard Meys „Apfelbäumchen“ über Gerhard Schönes „Oma, willst du schaukeln“ bis zu drei Titeln von Oliver Gies (Maybebop), bei dem „Weil du heut Geburtstag hast“ schon ziemlich böse ist.

Zwischendurch streute Grössler immer wieder Anekdoten aus dem Familienleben ein, mal ganz generell (so bei der Wlan-Nutzung), mal aus den eigenen vier Wänden. So verriet er, woran er erkannte, dass die Tochter älter werde. Beim Auspusten der vielen Kerzen am 17. Geburtstag sei plötzlich der Rauchmelder angegangen. „Unsere Kinder werden größer“, sagte er.

Gedichte und Texte runden den schönen Abend ab, auch wenn sie mitunter den festlich-meditativen Rahmen fast zu sprengen drohen. So geht es im Text zum väterlichen Erklärungsversuch über Politik gar deftig zu.

Das Silvesterkonzert endete wie stets: mit dem Abendsegen aus Hänsel und Gretel. Familienrituale: Sie sind halt wichtig.

Ulrich Suttka
Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2702

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