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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Penible Reinigung in Handarbeit

11.09.2019

Wildeshausen Staubsauger brummen, ein Reinigungsgerät fiept und ein etwas unangenehmer, leicht stechender Geruch liegt in der Luft: Die katholische Kirche St. Peter in Wildeshausen ist gerade alles andere als ein Raum der Stille und des Rückzugs von der Alltagshektik. In dem Gotteshaus sind Fachleute in weißen Schutzanzügen und mit Atemschutzmasken im Einsatz, um auch die letzten Spuren des grauen Schleiers zu beseitigen, der nach der Brandstiftung und der anschließenden Verrußung bis in den letzten Winkel des sakralen Gebäudes vorgedrungen ist. Alles muss penibel in Handarbeit gesäubert werden.

Der Ruß, der sich auch in der Sakristei, auf Büchern, Gewändern und in den Schränken verteilt hat, müsse schnellstmöglich entfernt werden, erklärt Projektleiter Konstantin Eigner von der Firma „Webesan“ aus Duisburg. Nach dem Schmorbrand des Kunststoffkissens einer Sitzbank im Gottesdienst sei mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen zu rechnen, die sogar Krebs auslösen könnten. Der Geschädigte sei per Gesetz verpflichtet, so schnell wie möglich alle Problemstoffe zu beseitigen, erläutert Eigner weiter. Seit einer Woche ist sein Team damit beschäftigt, alle Flächen per Hand akribisch mit Reinigungsmitteln zu säubern. Die Reinigungsaktion solle insgesamt zwei bis drei Wochen dauern, weiß Pfarrer Ludger Brock. Erst wenn diese Phase abgeschossen sei, könnten sich die Fachleute mit der Reinigung und gegebenenfalls der Reparatur der Orgel befassen. „Einen Termin haben wir noch nicht“, so Brock. Allein für die Sanierung der Orgel seien Kosten in Höhe von bis zu 30 000 Euro veranschlagt.

An diesem Mittwoch werden in der St.-Peter-Kirche Sachverständige des Büros Dr. Lauxtermann aus Münster erwartet, um Schadstoffmessungen durchzuführen. Dann soll über die weitere Vorgehensweise und die Freigabe entschieden werden.

Bei der Suche nach den mutmaßlichen Brandstiftern tappt die Polizei weiterhin im Dunkeln. „Leider gibt es noch nichts Neues in der Sache“, so Polizeisprecher Albert Seegers auf Anfrage unserer Zeitung. Daher werden dringend Zeugen gesucht. Wer am 30. August in der Zeit von 12 bis 15.15 Uhr verdächtige Personen in oder im Nahbereich der Kirche gesehen hat, sollte sich bei der Polizei in Wildeshausen, Telefon  0 44 31/94 11 15, melden. Die Polizei aktualisierte die Höhe des geschätzten Schadens wegen der umfangreichen Sanierungsarbeiten auf 100 000 Euro.

Nach Auskunft der Polizei spielen zwei Vorfälle, die sich in den vergangenen 18 Monaten in der Kirche zugetragen haben sollen, keine Rolle. Jugendliche hatten (wie berichtet) mit flüssigem Wachs herumgespielt. In einem zweiten Fall seien in dem Gotteshaus Jugendliche angetroffen worden, die Faltblätter auslegen wollten. Dieser Personenkreis scheide bei den aktuellen Ermittlungen zur Brandstiftung aus, heißt es.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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