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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

In Wildeshauser Geschichte eintauchen

23.08.2019

Wildeshausen Wer den Teufel sehen will, der sollte am 8. September in die Alexanderkirche kommen. Dort können die Besucher entdecken, wo er sich versteckt hat. Mindestens sechs Gästeführer tauchen mit ihnen in die Geschichte des Gotteshauses ein. Die Alexanderkirche – geöffnet von 12.30 bis 17.30 Uhr – ist am Tag des offenen Denkmals aber nicht das einzige Gebäude, das besichtigt werden kann. Das historische Rathaus, das Brennerei-Museum, das Ferienhaus „Wildeshauser Speicher“ und das Druckerei-Museum sind ebenfalls dabei.

Umbrüche als Motto

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert seit 1993 die bundesweite Kulturveranstaltung, bei der viele historische Stätten ihre Türen öffnen. „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ lautet dieses Mal das Motto der Veranstaltung.

Die Künstlergemeinschaft aus Wildeshausen und Umgebung beteiligt sich erstmals mit einer Ausstellung am Tag des offenen Denkmals. Von 11 bis 17.30 Uhr werden Werke der Künstlergemeinschaft im historischen Rathaus gezeigt.

Neben der Ausstellung wird es im historischen Rathaus ab 14 Uhr auch eine Führung mit Gästeführerin Karola Müller geben.

Das Druckerei-Museum an der Bahnhofstraße 13 ist an dem Sonntag von 14 bis 16 Uhr geöffnet und bietet laufend Führungen mit Joachim Mües an. Die Druckerei zeigt die Entwicklung der Buchdruckerkunst bis zur Einführung des Fotosatzes (1850-1987).

Das Gebäude der früheren Kornbrennerei Kolloge – gegründet 1857 – ist heute ein technisches Kulturdenkmal auf fünf Etagen. Es ist am 8. September von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Im Museum gibt es ebenfalls Führungen. Zudem wird eine Sonderausstellung zur Hunte präsentiert.

Nach dem riesigen Andrang im Vorjahr darf das Ferienhaus „Wildeshauser Speicher“ an der Grünen Straße 4 erneut besichtigt werden. Birgit Gebken führt von 14 bis 17 Uhr durch das Fachwerkhaus von 1880, das in vierter Generation im Familienbesitz ist.

Eine weitere Führung in der Alexanderkirche wird Kantor Ralf Grössler geben. Er nimmt die Gäste mit auf die Orgelempore. Dort wird er auch den geplanten Umbau sowie den Neubau der Orgel erklären.

Ausstellung im Rathaus

Von 11 bis 17.30 Uhr werden Werke der Künstlergemeinschaft im historischen Rathaus gezeigt. Zu den Künstlern gehören Bernhard Block, Anne Demberg, Sunhild Heinken-Raether, Karola Krüger, Astrid Onnen, Jutta Oldehoff, Renate Overdick, Helmut Schröder, Silke Wenzel (alle Wildeshausen), Rita Bahrs (Visbek), Heike Luschnat (Ahlhorn) und Wolfgang Rohenkohl (Dötlingen). Die Künstler haben sich auf vielfältige Weise mit dem Thema „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ beschäftigt.

So hat Rita Bahrs ihr Elternhaus aus dem Jahr 1945 gemalt, um zu zeigen, wie sich im Laufe der Zeit die Architektur weiterentwickelt hat. Auch präsentiert sie ihre Zeichnung vom Opfertisch der Visbeker Braut. Opfertische stehen nach Bahrs Ansicht einerseits für die Ewigkeit, zeigen aber anderseits auch den Umbruch zur jetzigen Zeit auf.

Sunhild Heinken-Raether befasst sich in einer Bildserie mit der Sorge um die ökologische Zukunft unseres Planeten. Sein Bild vom Schafkoben am Pestruper Gräberfeld präsentiert Wolfgang Rohenkohl. Für ihn handelt es sich um ein geschichtsträchtiges Denkmal. „Auch wenn die Hügelgräber auf dem Bild nicht sichtbar sind, so blicken wir doch vom Schafkoben aus über einen der berühmtesten vorgeschichtlichen Bestattungsplätze des nördlichen Mitteleuropas“, sagt Rohenkohl. Ebenfalls wird noch einmal sein 2018 entstandenes Bild vom Wildeshauser Bahnhof um die Jahrhundertwende zu sehen sein, das er bereits 2018 bei der Wildeshauser Kunstmeile ausstellte.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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