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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Von Grafen, Heiligen und einer Königin

15.12.2017

Wildeshausen Der Bürger- und Geschichtsverein begrüßt die gegenwärtigen Planungen zur Einrichtung eines Urgeschichtlichen Zentrums am Standort alte Feuerwehr. Denn gemessen an der Bedeutung der Wildeshauser Geschichte sei es längst Zeit, auch über museale Präsentationen verschiedener Aspekte aus der Vergangenheit des Ortes und dem Leben seiner Bewohner nachzudenken.

Wiege der Stadt

Gerade der Bereich rund um das Huntetor könne als „Wiege Wildeshausens“ bezeichnet werden. Deshalb gehöre die gesamte Lage am Wasser zwischen Burgbergpark und Alexanderkirche längst aufgewertet und in eine städtebauliche Planung integriert, die der historischen Bedeutung des Areals gerecht wird und die eine Verbesserung des gesamten Stadtbildes zum Ziel hat. Dafür könne das Urgeschichtliche Zentrum ein wichtiger Baustein sein, schreiben die Vorsitzenden des Bürger- und Geschichtsvereins, Bernd Oeljeschläger und Karl-August Kolhoff, im Vorwort des 15. Bandes der Wildeshauser Schriften für Heimat, Geschichte und Kultur, der am Donnerstag im historischen Rathaus vorgestellt worden ist.

Beitrag übers Moor

Er umfasst vier Beiträge. Zum Auftakt beschäftigt sich der Gästeführer Peter Hahn mit der Entstehung und Geschichte des Pestruper Moores, das er als faszinierende Landschaft bezeichnet. Los geht’s vor 12 000 Jahren. Seit 1939 steht das 36,2 Hektar große Gebiet unter Denkmalschutz.

Zur Geschichte der Grafen von Oldenburg in Wildeshausen, Oldenburg und Delmenhorst hat Dr. Gerd Steinwascher schon einen Vortrag in der Reihe „Geschichte im Rathaus“ gehalten. Nun kann die Entwicklung von den Egilmaren bis zu Graf Anton Günther in den Wildeshauser Schriften noch einmal nachgelesen werden.

Auch Prof. Dr. Hedwig Röckelein war in Wildeshausen zu Gast und hielt einen Vortrag. Der Titel: „Der Heilige Alexander kommt nach Wildeshausen“. Ein Teil des Beitrages handelt von Graf Waltbert, Enkel des Sachsenführers Widukind. Er brachte die Gebeine des heiligen Alexanders um 851 von Rom nach Wildeshausen.

Waltberts Bedeutung

„Waltbert wird im öffentlichen Bewusstsein im Gegensatz zu Widukind viel zu wenig gewürdigt, obwohl er zur Prosperität Wildeshausens beigetragen hat“, meinte Oeljeschläger. Seit 1699 befinden sich die Gebeine des heiligen Alexanders in der Propsteikirche in Vechta. Die Armreliquiare von Alexander zieren die Titelseite des neuen Heftes der Wildeshauser Schriften. Das Abbild des heiligen Alexanders ist auch Teil des Stadtwappens von Wildeshausen.

Der vierte Beitrag stammt von Eva-Maria Ameskamp, Volkskundlerin und wissenschaftliche Dokumentatorin des Bürger- und Geschichtsvereins. Sie hat sich mit der Königin der Instrumente beschäftigt: der Orgel. Durch den Orgelförderverein, der in der Alexanderkirche ein neues Instrument errichten will, ist das Thema sehr aktuell. „Hinweise auf Orgeln gibt es seit dem späten Mittelalter“, sagte Ameskamp. Aus dem Jahr 1453 stamme der erste Hinweis auf eine Orgel in Wildeshausen. 1712 sei die Vater-Orgel in der Alexanderkirche gebaut worden, die 1970 durch die heutige Kleuker-Orgel ersetzt wurde.

Oeljeschläger hob in dem Zusammenhang die Bedeutung der Orgellandschaft in Deutschland hervor, die gerade ins Kulturerbe der Unesco aufgenommen worden sei.

Franz Duin vom Förderverein freute sich über den historischen Beitrag zur Orgel. Er unterstütze sicherlich das Bemühen des Vereins, weitere Spenden für den Neubau zu generieren. „Wir sind froh, dass schon so viel gespendet wurde“, so Duin. Er wertete das als Ausdruck der Heimatverbundenheit und der Freude über die Alexanderkirche, die im Mittelalter der größte und bedeutendste Kirchenbau in der Region war.