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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Vortrag: Wildeshauser Briefe aus dem Ersten Weltkrieg

22.01.2015

Wildeshausen Elf Milliarden Sendungen von der Front in Richtung Heimat beförderte die deutsche Feldpost während des Ersten Weltkrieges. „Im Tagesdurchschnitt waren das 6,8 bis 9,9 Millionen Sendungen“, berichtete Peter Heinken am Dienstagabend im historischen Rathaussaal in Wildeshausen vor rund 35 geschichtsinteressierten Bürgern. Dort hielt Heinken seinen Vortrag „Könnte dem Durcheinander nicht Einhalt geboten werden? Wildeshauser Feldpostbriefe 1914-1918“.

Eingeladen hatte der Bürger- und Geschichtsverein Wildeshausen. Dahinter steht die Absicht, die Historie Wildeshausens nicht zu vergessen. „Wir machen das nun schon im zwölften Jahr und ein gewisser Stamm von Zuhörern ermöglicht uns, die Serie „Geschichte im Rathaus“ am Leben zu erhalten“, hatte zuvor der Vorsitzende Karl-Heinz Kohlhoff, die Zuhörer begrüßt.

Bevor Heinken auf die Sammlungen direkt einging, stellte er heraus, dass die Mengen an beförderten Briefen auch die Neugier des Militärs schürte. „Die Feldpost galt als Informationsquelle über die Stimmung in der Kriegsgesellschaft. Eine Zensierung war von Kriegsbeginn an die Folge.“

In seinen Ausführungen ließ Heinken drei Feldpost-Sammlungen zu Wort kommen. Zum einen die Briefe von Richard Hannemann, die Fritz Strahlmann schon 1919 in den Wildeshauser Gedenkblättern veröffentlichte. „Hinzu kommen zwei private, bisher nicht veröffentlichte Sammlungen, die dem Bürger- und Geschichtsverein zur Verfügung gestellt wurden.“ Dazu gehören Briefe und Karten von Johann Horstmann, der aus dem Felde an seine Familie schrieb und auf der anderen Seite Briefe von Anna Müller an ihren späteren Ehemann Heinrich Melcher.

Horstmann sei Inhaber des heutigen „Blumenkästchens“ in der Düsternstraße gewesen. Anna Müller habe dagegen auf einem Bauernhof in Thölstedt gelebt, erklärte Hobby-Geschichtsforscher Heinken. Strahlmann habe dagegen drei Bände der Wildeshauser Gedenkblätter veröffentlicht. Ziel war die Erinnerung an 135 Gefallene aus der Stadt und an die 53 Gefallen aus der Landgemeinde.

Während Hannemann schon im April 1915 fiel, kämpfte Horstmann im Deutschen Alpenkorps drei Jahre in Belgien, Frankreich, Österreich, Ungarn, Serbien und Rumänien. Heinken: „In seinen Briefen sprach er kaum von den Kampfhandlungen, sondern wollte vielmehr wissen, wie es um die Verhältnisse zu Hause stand.“

Anna Müller äußert den Friedenswunsch hartnäckig und eindrucksvoll in ihren Schreiben zwischen 1918 und Oktober 1918. Dahinter stand die Sehnsucht, ihren Liebsten so schnell wie möglich wieder in die Arme schließen zu können. Dennoch waren ihre Nachrichten keine „Jammerbriefe“.

„Alle drei Briefsammlungen sind bemerkenswerte Beispiele dafür, zu welch frühem Zeitpunkt sich eine Friedenssehnsucht an der Front und in der Heimat ausbildete“, stellte Heinken abschließend dar.

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