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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Kirchentag: Wind blättert die Partitur um

30.05.2017

Wildeshausen /Wittenberg Bei hochsommerlichen Temperaturen haben zehntausende Christen in Wittenberg den Abschlussgottesdienst des Deutschen Evangelischen Kirchentages gefeiert. Im Blickpunkt auf der riesigen Bühne in den Elbtalwiesen: der Gospelchor und das Symphonic Gospel Orchestra aus Wildeshausen. Denn die musikalische Leitung des Festaktes lag erneut in den Händen von Kreiskantor Ralf Grössler.

Der 58-jährige Musiker hatte Chor und Orchester, insgesamt etwa 120 Akteure, bereits seit Monaten auf den Kraftakt eingestimmt. Trotz des musikalischen Marathons vor den Toren Wittenbergs fiel seine Bilanz am Montag positiv aus: „Es ist eine besondere Ehre, aus ganz Deutschland ausgesucht zu werden, um diesen Gottesdienst zu gestalten.“ Es sei der Gipfel dessen, was man als Kirchenmusiker erreichen könne. Zum Abschluss kam sogar der oldenburgische Bischof Jan Janssen (am Vorabend noch bei einem Jazz-Gottesdienst in der Gethsemane-Kirche am Prenzlauer Berg im Einsatz) auf die Bühne, um zu gratulieren.

Viele Proben

Der organisatorische Aufwand für den 90-minütigen Hauptgottesdienst war riesig. Bereits am Freitag standen die Wildeshauser von 8.30 bis 16.30 Uhr auf der Bühne, um zu proben. Unter anderem galt es, den dritten Satz der Reformationssinfonie Mendelssohns exakt unter die Lesung der Sprecherin Simone Dorenburg zu legen. „Die Generalprobe am Samstag dauerte von 10 bis 14 Uhr – natürlich voll konzentriert und schon in schwarzer Kleidung mit blauen Schals“, berichtete Grössler. „Das will das Fernsehen immer so.“ Im Anschluss habe die verantwortliche Regisseurin des MDR die Wildeshauser Musiker gelobt: „Die Musik ist einfach nur großartig, meinte sie. Das hat mich sehr gefreut.“

Am Festtag selbst standen Grössler und Chor bereits um 8 Uhr auf der Bühne, das Orchester kam eine halbe Stunde später. Zunächst probten die Musiker mit den mehr als 6000 Blechbläsern. Dann gestalteten sie das Vorprogramm. Dort wurden bereits einige Stücke aus dem Gottesdienst eingesungen. Was weder die Zuschauer an den Bildschirmen, noch die Besucher auf der Festwiese bemerkten: „Nach der Predigt des südafrikanischen Bischofs Thabo Makgoba waren wir fünf Minuten im Verzug“, so Grössler. „Die haben wir aufgeholt.“ Die ARD konnte noch den Segen übertragen.

Während die Menschen auf der Festwiese unter der brütenden Sonne litten, ertrugen die Musiker die Temperaturen mit Fassung. „Auf der Bühne war Schatten und ein bisschen Wind“, erzählte Grössler. „Allerdings hat mir der Wind immer wieder die Partitur umgeblättert.“

Langer Fußweg

Gleichwohl haderte die Gruppe mit der Organisation: „Nach der Veranstaltung bekamen wir unsere Instrumente nicht von der Bühne.“ Um zum Bus zu kommen, sollte die Musiker einen gut drei Kilometer langen Fußweg machen. „Das geht natürlich nicht mit Pauken und Schlagzeug“, so Grössler. Die Abfahrt für Chor und Orchester verzögerte sich um zweieinhalb Stunden. Erst gegen 23 Uhr kamen die Busse in Wildeshausen an. Um den denkwürdigen Kirchentag noch einmal Revue passieren zu lassen, will Grössler Chor und Orchester zu einem Grillabend einladen. Quasi eine Fortsetzung des Reformationspicknicks auf der Festwiese in Wittenberg.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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