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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Archäologie Funde In Reckum: Als in Gruben Häuser standen

08.04.2019

Wohlde Ein Blick auf unsere frühmittelalterliche Kultur wurde in den vergangenen Wochen in Wohlde freigelegt. Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege in Oldenburg holten archäologische Funde ans Licht, die viele Jahrhunderte im Boden geschlummert hatten. Insbesondere ging es um drei sogenannte Grubenhäuser, die bereits 2001 als solche verifiziert werden konnten.

Doch wie stießen die Archäologen überhaupt auf die verborgenen Kulturgüter?

Ein damaliger Acker nahe der Reckumer Straße sollte in Wald umgewandelt werden. Um den jungen Baumtrieben einen optimalen Start zu bieten, entschied man sich für eine Tiefpflügung, damit möglichst viel Humus auch in tiefere Bodenregionen gelangte. Dabei fielen dem damaligen leitenden Förster, Klaus Benthe, merkwürdige Bodenstrukturen auf, die er ans Landesamt meldete.

Und in der Tat: Nach einer Luftbildanalyse war schnell klar, dass hier in frühmittelalterlicher Zeit – also vor über 1000 Jahren – ein oder zwei größere Bauernhöfe mit Wohnstallhäusern, Speichern, Scheunen, Werkstätten und Webhütten existiert hatten. 18 Jahre später machten sich nun die Denkmalpfleger den Rücken krumm, um Genaueres darüber zu erfahren, wie die Menschen in der hiesigen Region lebten.

Grabungsleiter Michael Wesemann gab eine Erläuterung: „Besonders die Webhütten waren trotz des Tiefpflügens gut erhalten, denn sie waren in den Boden eingetieft. Grubenhäuser gab es in der Zeit von etwa Christi Geburt bis in das 13. Jahrhundert. Die allermeisten der kleinen, etwa drei mal vier Meter messenden und mehr oder weniger ganz in die Erde hinein gebauten Gebäude dienten ausschließlich zu diesem Zweck. Nur selten waren dort auch andere Werkstätten untergebracht, wie etwa eine Knochenschnitzerei oder eine Schmiede.“

Ähnlich wie in Fernseh-Krimis wurden sämtliche Funde und Befunde akribisch nummeriert und dokumentiert.

Besonders spannend war ihre erste Ausgrabung für Schulpraktikantin Rebecca Nuxoll (14) aus Cloppenburg. „Dass wir tatsächlich Scherben und sogar Eisengegenstände aus dem Frühmittelalter ans Tageslicht befördert haben, finde ich sehr faszinierend. Das ist eine tolle Erfahrung.“

Michael Wesemann ergänzte: „Wieder einmal haben wir ein paar Mosaiksteinchen gefunden, die Erkenntnisse darüber liefern, wie unsere frühen Vorfahren gelebt und gewirtschaftet haben. Und immer ist etwas Überraschendes und Besonderes dabei, wie etwa die beiden Eisenfunde und die Einzelheiten der Gebäudekonstruktionen.“

Seit Mittwoch sind die Grabungstätigkeiten in Wohlde abgeschlossen – nun ist erst einmal Büroarbeit in Oldenburg zu absolvieren, um die gewonnenen Erkenntnisse zu digitalisieren.

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