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NWZonline.de Region

Zum 24. Geburtstag eine Schultüte

27.02.2016

Wildeshausen /Landkreis „Wie erklärt man einem Kind so’n Schaltjahr?“ lautete Anfang März 1996 eine Schlagzeile in der NWZ . Gewidmet war sie dem frisch geborenen Peter Schlüter. Dem „kleinen Menschen mit dem dichten, rotblonden Schopf“ wurde damals prophezeit, dass er erst im nächsten Jahrtausend seinen ersten offiziellen Geburtstag feiern werde. „Das war aber nicht weiter schlimm, denn tatsächlich gefeiert habe ich natürlich jedes Jahr“, schmunzelt der inzwischen hoch aufgeschossene Wildeshauser, der für den VfL in der „U23“ Fußball spielt.

Recherche

Den Zeitungsartikel von damals hat er noch, und auch sein ungewöhnliches Geburtsdatum hat ihn immer wieder beschäftigt. Das war besonders 2014 so – kurz vor Erreichen der ersehnten Volljährigkeit.

Damals hat Schlüter gründlich recherchiert, damit keiner seiner Freunde zu früh oder – noch schlimmer – zu spät gratulierte. „Seitdem weiß ich, dass die Geburtstage auf der Grundlage des § 187 Absatz 2 Satz 2 BGB berechnet werden und am 29. Februar Geborene in Nichtschaltjahren den an einem 1. März Geborenen gleichstehen“, besticht der junge Mann, der vergangenes Jahr in Wildeshausen sein Abitur machte, mit Fachwissen.

Alles in allem findet Schlüter, der künftig Sportwissenschaften oder Lehramt studieren möchte und sich derzeit etwas Geld mit Nachhilfe geben verdient, sein Geburtsdatum ganz lustig. Auch seine Ungeduld kann er inzwischen gut zügeln: „Als Kind habe ich meist schon am 28. Februar gefeiert, aber inzwischen warte ich doch bis zum 1. März oder sogar bis zum folgenden Wochenende.“ So wird es wohl auch dieses Jahr sein, „denn eigentlich ist es ein Geburtstag wie jeder andere auch und es gibt kein Feuerwerk extra für mich“, weiß er aus Erfahrung.

Wegen ihres ungewöhnlichen Geburtsdatums stand auch Marion Schröder, geb. Breitfeld, bereits in der Zeitung. „Die Leute finden das schon spannend, und keiner vergisst das Datum, wenn er es erst einmal weiß“, berichtet sie. So war das zum Beispiel auch bei den neuen Arbeitskollegen der Gemeinde Wardenburg, als die Sozialamtsleiterin dort vor einiger Zeit ihren Dienst antrat.

Ebenso wie Peter Schlüter hat Marion Schröder als Kind gerne schon am 28. Februar gefeiert. Sie fühlt sich auch viel mehr als Februar- denn als Märzkind. Inzwischen geduldet sich die 47-Jährige, die mit ihrer Familie in Beckeln lebt, aber doch – „Vorfeiern könnte ja Unglück bringen“.

Schön findet die gebürtige Wildeshauserin, in diesem Jahr ihren Geburtstag mal wieder schwarz auf weiß in Terminankündigungen oder TV-Zeitschriften zu sehen. Ihre Mutter sei damals – 1968 – übrigens nicht so begeistert gewesen, dass es gerade der 29. Februar sein musste.

Spannung

Und fast hätte Marion es ihr gleich getan. Einer ihrer beiden Söhne, eigentlich für den 15. Februar errechnet, machte es nämlich spannend und ließ auf sich warten – allerdings doch nur bis zum 21. Februar.

Auch an die Witze und Sprüche rund um ihrem Geburtstag hat Schröder sich inzwischen gewöhnt – und genießt sie sogar. „Als ich 24 wurde, beziehungsweise 6, gab es zum Beispiel eine Schultüte von meinen Freunden – das war toll“, erinnert sie sich.

Übrigens musste sie sich früher trotz ihres seltenen Geburtsdatums bei größeren Feten mit einem „Leidensgenossen“ absprechen: Bernd Ellinghusen aus Hockensberg ist nämlich am selben Tag wie sie geboren.

„Stimmt, damals überschnitten sich unsere Bekanntenkreise teilweise“, erinnert sich der 47-Jährige. Das Datum für seine Geburtstagsfeier habe ihm bisher keine Kopfzerbrechen bereitet: „Ich mache durch, fange am 28. Februar an und höre am 1. März auf.“

Dieses Jahr wird die Party aber wohl doch erst am richtigen Geburtstag losgehen. Schade findet Ellinghusen es, wenn seine runden Geburtstage nicht auf den 29. Februar fallen wie zum Beispiel der 50. in zwei Jahren.

Auf den Ideenreichtum seiner Freunde kann er dennoch zählen: So gab es zum 24./6. Geburtstag neben einer Schultüte einen Tret-Trecker: „Damals war Karneval und das Ganze artete ein bisschen aus“. Und für seinen 72./18. Geburtstag hat seine Clique bereits gedanklich die Eier reserviert, die sie dem Junggesellen auf dem Kopf zerdeppern möchte.

Sehr speziell

„Wenn ich finanziell zurückhaltend wäre, könnte ich natürlich nur alle vier Jahre einladen, aber dazu feiere ich viel zu gerne“, sinniert er.

Das Wetter an seinem Ehrentag sei übrigens ebenso wie das Datum immer sehr speziell. „Mal blühen die Osterglocken, mal liegt Schnee“, weiß er aus Erfahrung.

Das Plakat für seinen 30. Geburtstag, das Ellinghusen vor 18 Jahren an eine örtliche Mitteilungswand gehängt hat, war bis vor kurzem übrigens noch zu lesen: „Das hat sich wohl keiner getraut zu überkleben“, schmunzelt er.

Übrigens: Laut Auszug aus dem Melderegister sind derzeit 20 200 Menschen mit Hauptwohnsitz in Wildeshausen gemeldet. Von denen haben ganze 15 am 29. Februar Geburtstag.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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