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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Kultur

Zuschauer verdrücken Tränen

06.02.2017

Ganderkesee „Wenn ich singe, höre ich die Schreie der Kinder unter den Trümmern“, sagte Flüchtling Nasr Kalaf in seinem Video. Er drückte seine Verzweiflung und Trauer, wie auch die anderen Sänger des Musiktheaterprojekts „Sehnsuchtslieder von der Gegenküste“, mit bebender Stimme aus. Mit deutschen und arabischen Liedern sowie Comedy- und Theateraufführungen riss die multikulturelle Gruppe am Samstag die Besucher mit.

Die Bremer traten in der voll besetzten Mensa der Oberschule Ganderkesee auf und unterhielten mit einerseits ernsten, andererseits aber auch humorvollen Darbietungen. Tränen in den Augen der Anwesenden verrieten mehrfach ihre tiefe Anteilnahme.

Einleitende Worte sprach Erich Kurzawski, der mit seiner Frau Monika den Arbeitskreis Flüchtlinge ins Leben gerufen hat. Sandra Baba, Flüchtlingsberaterin der Diakonie, übersetzte die Begrüßung ins Arabische.

Zweisprachig gestaltete sich auch der weitere Abend: Während die kurzen Theateraufführungen zum Großteil in deutscher Sprache gezeigt wurden, zogen überwiegend traditionelle arabische Lieder mit deutschen Untertiteln die Hörer in ihren Bann.

Zwischen den mit Emotionen geladenen Sehnsuchtsliedern, die vom Verlust der Heimat handelten oder den Musikern auf ihrer Flucht Kraft gegeben hatten, wurden Kurzfilme gezeigt. Die acht Geflüchteten stellten sich in den Sequenzen vor, erklärten, wie ihr Leben in ihrem Heimatland vor der Flucht war, und beschrieben ihre bewegenden Erfahrungen während der monatelangen und teuren Flucht nach Deutschland.

Schließlich wurden die Hörer mit einer Fassung von Udo Jürgens „Immer wieder geht die Sonne auf“, unterlegt mit arabischen Rhythmen, in den Abend entlassen.

Gestartet ist das Musiktheaterprojekt im alten Bremer Hafen. In dem Gebiet lebten nur 700 Einwohner, bis zusätzlich 1000 Menschen in Flüchtlingszeltlagern untergebracht wurden. Die Golden-City-Darsteller gingen durch die Lager und sprachen Geflüchtete an, ob sie Lust hätten, gemeinsam zu musizieren. Geprobt wurde in mehreren Sprachen, da einige noch nicht lange hier waren. Auch eine CD mit vier Liedern, die den Titel „Golden City goes fremd“ trägt, hat die Gruppe schon aufgenommen.

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