Wildeshausen - Es gibt nicht viele Firmen aus Wildeshausen, die weltweit zu den Marktführern in ihrem Segment gehören. Wenn ein solches Unternehmen plötzlich aus dem gewohnten Stadtbild verschwindet, schießen schnell Gerüchte ins Kraut. Die sind auch Volker Sternberg zu Ohren gekommen. „Darum wird es mal Zeit, dass die Leute von unserem Umzug erfahren“, sagt der Geschäftsführer von Private Greens. Die Kunstrasen-Firma – mit vollem Namen Private Greens & Fibergrass International GmbH – ist seit wenigen Wochen an der Böttcherstraße im Gewerbegebiet nördlich der Visbeker Straße ansässig.
Am alten Standort im Gewerbegebiet Stockenkamp, wo vor dem Huntekontor jahrelang die kunterbunten kleinen Kunstrasenplätze ins Auge stachen, fehlte es zuletzt vor allem an Lager- und Produktionsfläche. Im neuen Gebäude an der Böttcherstraße steht neben 200 m² Bürofläche eine 1200 m² große Halle zur Verfügung. Darin hat Sternberg ausreichend Platz für die rund 120 Kunstrasensorten im Lagerbestand, aber vor allem auch für die Arbeit mit den bis zu 25 Meter breiten Rasenrollen. „Hier können wir die benötigten Flächen maßgerecht zuschneiden“, sagt der 54-Jährige, der das Familienunternehmen vor fast 25 Jahren gegründet hat und zusammen mit seiner Frau Sonja Haverkamp führt.
Drei Standbeine
Drei Standbeine tragen die Firma: Unter dem Label „Private Greens“ werden in aller Welt Golfplätze und private Anlagen mit Kunstrasen ausgestattet. Die „Kunstrasen-Welt“ ist ein Online-Shop, in dem Bestellungen für Gärten, Dachterrassen oder Balkone möglich sind. Und als „Kunstrasen-Partner“ beliefert die Firma mehr als 500 Garten- und Landschaftsbauer mit portionsgerecht zugeschnittenen Flächen und Stücken. Diese Partner wiederum erledigen in vielen Ländern die vorbereitenden Erdarbeiten für die Verlegung des Kunstrasens. „Private Greens“ selber hat nur zehn Beschäftigte.
Der Trend zum Kunstrasen sei ungebrochen, sagt Sternberg. Immer mehr Nutzer – private wie professionelle – wollten sich auf diese Weise den Pflegeaufwand für Naturrasen ersparen. Besonders stark sei die Nachfrage zurzeit auf Mallorca, wo neben den großen Golfplätzen jetzt viele kleine private Anlagen entstehen, etwa für Finca-Gäste. Um den Pflegeaufwand zu minimieren und die Ressource Wasser zu schonen, werde dabei zunehmend Kunstrasen für die Abschlagzonen und Greens favorisiert, so Sternberg.
Freizeit-Attraktion
Aber auch vor der eigenen Haustür hat er noch allerhand vor: Sternberg will neben seinem Firmengebäude an der Böttcherstraße Adventure-Golf etablieren: Er plant einen Golfplatz für Jedermann im Miniaturformat, mit Putting-Greens in verschiedenen Zuschnitten, Sandbunkern und anderen Hindernissen – eine Kombination aus Golf und Minigolf und mittlerweile ein „Mega-Boom im Tourismus“, wie Sternberg sagt. „Gerade haben wir in Büsum eine solche Anlage gebaut.“
Im nächsten Jahr soll der Abenteuer-Platz als neue Freizeit-Attraktion in Wildeshausen fertig sein. Die Bauvoranfrage liegt beim Landkreis. „Wir erfüllen alle Anforderungen und hoffen auf einen positiven Bescheid“, sagt der Golf-Unternehmer, der auch selber gern den kleinen Ball über grünen Rasen schlägt – besonders gern über künstlichen.
