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Diskussion um Lärmschutzwand in Ahlhorn Bürgerverein will weiteres „Monstrum“ verhindern – Anwohner durchaus zufrieden

Lehnt solch eine Lärmschutzwand in Ahlhorn weiterhin ab: der Vorsitzende des Bürgervereins, Rolf Löschen. Die fünf Meter hohe „Mauer“ trennt das Wohngebiet „Am Lemsen-Süd“ von der Bahnstrecke, dem benachbarten Sportareal und einem weiteren Wohngebiet.

Lehnt solch eine Lärmschutzwand in Ahlhorn weiterhin ab: der Vorsitzende des Bürgervereins, Rolf Löschen. Die fünf Meter hohe „Mauer“ trennt das Wohngebiet „Am Lemsen-Süd“ von der Bahnstrecke, dem benachbarten Sportareal und einem weiteren Wohngebiet.

Christoph Koopmeiners

Ahlhorn - Wer die Straße „Zum Findling“ in Ahlhorn bis ans Ende fährt, muss genau hinschauen, um zwischen den Häusern die zum Teil schon mit Efeu bewachsene Lärmschutzwand wahrzunehmen. Dabei ist sie im Grunde nicht zu übersehen; denn sie ist fünf Meter hoch und umschließt von drei Seiten auf einer Länge von 253 Metern den hinteren Teil des neuen Wohngebietes „Am Lemsen-Süd“. Auf der Südseite befinden sich Sportanlagen, auf der Westseite verläuft die Bahnlinie und auf der Nordseite grenzt ein weiteres Wohngebiet an. Rolf Löschen, der Vorsitzende des Bürgervereins Ahlhorn, hat auch nach drei Jahren seine Meinung nicht geändert. „Die Mauer ist hässlich, auch wenn sie irgendwann grün ist. In solch einer ländlichen Gegend wie hier errichtet man nicht solch ein Monstrum“, kritisiert er die Gemeinde. Seine Alternative: einen Wall aufschütten oder eine niedrigere Lärmschutzwand direkt an der Bahnstrecke bauen.

 Ein Weg führt hindurch

Die Lärmschutzwand hat an einer Stelle eine Öffnung. Löschen zeigt den Weg, der vom Wendehammer aus zwischen zwei Häusern dorthin führt. Der Weg wird vermutlich gebaut, wenn auch der Endausbau der Straße erfolgt. „Den Weg nutzen Radfahrer, um zum Bahnhof zu kommen“, erklärt Löschen. Auf der Westseite der Lärmschutzwand präsentiert sich ein Grünstreifen mit 50 jungen Buchen. Hinter dem Fuß- und Radweg stehen ältere Bäume beidseitig der Bahnstrecke. Eine Nordwest-Bahn fährt vorbei. Zweimal pro Stunde hält ein Zug im nahen Ahlhorner Bahnhof. Gelegentlich rollt auch ein Güterzug über die einspurige Trasse. Der kann auch schon mal 50 Waggons ziehen. „Lärmschutz muss sein“, sagt Löschen, „aber nicht so.“ Der Bürgerverein werde alles daran setzen, dass die in Planung befindliche Becker-Brüning-Fläche zwischen den Straßen Am Lemsen, Westerholtkamp und Oldenburger Straße nicht auch so eine „Mauer“ erhält.

 Lärmschutz muss sein

Dass die Siedlung vor Lärm geschützt werden muss, ist laut Gutachten unstrittig. Bürgermeister Thorsten Schmidtke hatte seinerzeit dem Bürgerverein erklärt, dass die Gemeinde auch einen Lärmschutzwall hätte bauen können. Doch der wäre 25 Meter breit geworden. Dadurch wären 5000 Quadratmeter für den Wohnbau verloren gegangen, was für die Gemeinde Einbußen von 360.000 Euro bedeutet hätte. Zudem hätte der Erdwall mehr Geld gekostet als die Lärmschutzwand. Ferner wären 1000 Lkw-Touren erforderlich gewesen, um den Mutterboden heranzukarren. Die jetzige Lärmschutzwand kostete laut Gemeinde 314.000 Euro.

Rolf Löschen kennt Leute, die von der Reservierung ihrer Grundstücke zurückgetreten sind, als sie gehört haben, was für eine Lärmschutzwand dort gebaut werden sollte. Profitiert davon hat Manuel Steiger, der als Nachrücker ein Grundstück erhielt und seit Juni vergangenen Jahres dort wohnt. Er habe kein Problem mit der „Mauer“, erzählt er. Sie biete nicht nur Lärmschutz, sondern auch Sichtschutz. Sonne bekomme sein Grundstück trotzdem genug ab. Er hätte gern auch noch die zwei Meter direkt an der Mauer gekauft, damit er sein Grundstück nicht noch zusätzlich durch einen Zaun abschirmen müsse. Steigers direkter Nachbar berichtet, dass er zunächst erschrocken war von der riesigen Wand. Inzwischen sehe er das positiv. Die Lärmschutzwand biete auch Sichtschutz.

 Zunächst erschrocken

Martina Großer wohnt nördlich der Lärmschutzwand im benachbarten älteren Wohngebiet an der Karl-Bunje-Straße. „Als wir seinerzeit aus dem Urlaub kamen, waren wir richtig erschrocken und wütend. Es war von einem Wall die Rede gewesen. Stattdessen waren alten Bäume gefällt worden und diese riesige Lärmschutzwand wurde gerade gebaut.“

Sie und ihr Mann hätten mit dem Gedanken gespielt wegzuziehen. Doch die Baupreise seien geradezu in die Höhe geschnellt. Die Gemeinde habe auf ihre Bitte hin neue Bäume und Sträucher gepflanzt. „Inzwischen können wir der Lärmschutzwand auch etwas Positives abgewinnen“, meint Großer. Weil im Neubaugebiet viele zweigeschossige Häuser errichtet worden seien, biete die fünf Meter hohe Wand einen guten Sichtschutz. Manch einer ihrer Nachbarn hätte es gern, wenn die Lärmschutzwand länger wäre, damit man ihnen nicht in den Garten schauen könne.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg
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