Hude - Mahnende Worte waren es nicht von Gudrun Göppert von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, aber doch Beispiele, wie eine nachhaltige und gesunde Ernährung aussehen muss. Die Referentin war der Einladung des Landfrauenvereins Hude zur Frühstücksveranstaltung im Hotel Burgdorf gefolgt. Nach der Stärkung durch ein üppiges Frühstück, hielt sie vor den über 50 teilnehmenden Landfrauen ihren Vortrag zum Thema „Nachhaltig und gesund essen und trinken – Was haben Essen und Klima miteinander zu tun?“
Nachfolgerinnen gesucht
Die Resonanz zu dem gemeinsamen Frühstück mit Vortrag hatte die Vorsitzende Anke Tönjes zuvor in der Begrüßung als sehr gut bezeichnet. Und später im Gespräch mit unserer Zeitung betonte sie: 170 Frauen würden dem Landfrauenverein angehören. Auch das sei noch recht ordentlich. „Aber wenn es darum geht, einen neuen Vorstand auf die Beine zu stellen, haben wir große Schwierigkeiten“, blickt die Vorsitzende mit gemischten Gefühlen ins kommende Jahr. „Seit Jahren bemühen wir uns um Nachfolgerinnen für die Vorstandsarbeit. Aber leider nicht mit Erfolg.“ Nun werde es langsam ernst, denn im kommenden Jahr muss ein neuer Vorstand gewählt werden.
Weitere Wahlperiode
Anke Tönjes werde als Vorsitzende noch zwei Jahre weitermachen, wenn es um die Wahlen während der nächsten Jahreshauptversammlung im Februar/März geht, und auch Schriftführerin Lydia Blankemeyer sei bereit, noch eine Wahlperiode zu übernehmen, aber zumindest Kassenwartin Sabine Harbers wird nicht erneut zur Wahl stehen. „Also müssen wir zumindest für sie eine Nachfolgerin finden, sonst ist Ende des nächsten Jahres mit den Landfrauen in Hude als Verein Schluss. Wenn sich die Bereitschaft für die Vorstandsarbeit nicht bis dahin ändert, wird der Verein sich auflösen müssen.“
Gesunde Ernährung
Klare Kante in Richtung der Landfrauen. Allerdings war für sie an diesem Frühstücksmorgen zumindest genauso wichtig, was Referentin Gudrun Göppert vortrug. Wie könne man die Essensgewohnheiten und Nachfragemuster verändern, hinterfragte die Rednerin und verwies auf die „EAT-Lancer-Kommission“, die in einem Zusammenschluss aus verschiedenen Institutionen mit 37 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 16 Ländern in den Bereichen Klimaforschung und Ernährungswissenschaft eine Antwort auf die Frage suchen würde, wie man 2050 nachhaltig und gesund die Weltbevölkerung mit zehn Milliarden Menschen ernähren könne.
Weniger Zucker
Göppert zeigte dabei auf, wie ein Speiseplan nach der EAT-Kommission aussehen müsste: Der Konsum von Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen müssten ungefähr verdoppelt werden – der Verzehr von Fleisch und Zucker dagegen halbiert. Notwendig sei außerdem, die Lebensmittelproduktion zu verbessern und Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Göppert in ihrem Fazit: „Der Report zeigt, dass es machbar ist, bis zum Jahr 2050 etwa zehn Milliarden Menschen auf der Erde gesund zu ernähren, ohne den Planeten zu zerstören.“
