LANDKREIS - „Vertrauen, Schützen, Stärken“ – auch in der Gemeinde Hatten und im gesamten Landkreis Oldenburg nimmt der Bedarf an geeigneten Beratungseinrichtungen im Bereich Kinderschutz stetig zu. Daher wollen das Kinderschutz-Zentrum Oldenburg und der Landkreis Oldenburg ihr Angebot im Landkreis deutlich ausweiten.

„Für betroffene Familien ist es wichtig, dass wir präsent sind. Die Nachfrage ist groß – daher wollen und müssen wir die Beratung in Wildeshausen intensivieren“, sagt Diplom-Psychologin Catharina Hübner, seit April Leiterin des Kinderschutz-Zentrums. Besonders für Familien aus entfernteren Teilen des Landkreises sei es schwierig, zur Beratung nach Oldenburg zu kommen.

Bislang ist Diplom-Pädagogin Petra Klarmann nur zweimal im Monat zu einer offenen Beratung in der Villa Knagge an der Ahlhorner Straße in Wildeshausen. „Das ist angesichts des steigenden Bedarfs viel zu wenig“, sagt Diakonie-Vorstand Joachim von der Osten. Daher sollen künftig zwei Berater einmal in der Woche in Wildeshausen vor Ort sein.

Im Jahr 2007 wurden insgesamt 457 Beratungsstunden im Landkreis durchgeführt. „Im ersten Halbjahr 2008 liegen wir bereits bei 340 Stunden – eine Steigerung um 75 Prozent“, so Hübner. Für Orte im Einzugsbereich von Wildeshausen laufe es sogar auf einen noch deutlicheren Zuwachs hinaus. So sei die Zahl der Beratungsstunden im Bereich Harpstedt von 24 im Gesamtjahr 2007 auf 52 im ersten Halbjahr 2008 gestiegen.

Um die notwendige Angebotsausweitung zu finanzieren, soll beim Landkreis ein Antrag auf eine größere finanzielle Unterstützung gestellt werden. Derzeit erhält das Zentrum, zu dem die „Vertrauensstelle Benjamin“ und der „Arbeitsbereich Prävention“ gehören, jährlich 189 000 Euro vom Land. Dazu kommen neben einem Eigenanteil kommunale Zuschüsse von Stadt und Landkreis.

Seine Unterstützung für die geplante Ausweitung sagte auch Ansgar Focke, CDU-Landtagsabgeordneter für den Landkreis, zu. „Der Kinderschutz ist ein besonderes Gut. Damit uns kein Kind verloren geht, muss das Netz möglichst engmaschig gespannt werden“, meinte Focke, der als kinder- und jugendpolitischer Sprecher im Landtag ein Vorhaben auf den Weg gebracht hat, den Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Landesverfassung zu verankern.