LANDKREIS - Einstimmig, bei vier Enthaltungen, hat sich der Jugendhilfeausschuss des Landkreises dafür ausgesprochen, dass die neue Kinderkrippe im Kreishaus auch in Trägerschaft des Landkreises betrieben wird. Ein Antrag der CDU-Kreistagsfraktion, zunächst Verhandlungen mit freien Trägern oder anderen Institutionen aufzunehmen, fand dagegen keine Mehrheit.

In der Diskussion des Fachausschusses am Dienstagabend hatte sich die CDU vor allem an der Formulierung der Kreisverwaltung gestoßen, sie wolle vor einer Prüfung, ob auch andere Träger für den Betrieb der betrieblichen Kinderbetreuung in Frage kommen, zunächst das Votum der Arbeitsgruppe zum Kreishausanbau abwarten. Carsten Grallert (CDU) bezeichnete es als „Frechheit“, wie mit dem Antrag seiner Fraktion umgegangen werde. Offenbar wollten sich Verwaltung und SPD/FDP-Mehrheitsgruppe nicht mit dem Thema befassen. Das sei die „Arroganz der Macht“. Seine Fraktion wolle eine bessere Entscheidungsgrundlage.

Grallert handelte sich dafür eine Rüge des stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Johannes Mestemacher (SPD) ein. Kreisrat Robert Wittkowski wies darauf hin, dass der CDU-Antrag von August datiert. „Es ist seitdem die erste Sitzung dieses Ausschusses, in dem wir ihn beraten können.“ Auch habe der CDU-Vertreter in der Kreishaus-AG, Horst Siemers, das Verfahren nicht moniert.

Susann Kügler (Grüne) meinte, es ergebe sich schon allein aus dem Wortsinn, dass es sich um eine betriebseigene Krippe handelt. Der Service für die Bediensteten sei am besten zu leisten, wenn der Kreis Träger sei. Das sah auch Otto Sackmann (UWG) so. Er verwies auf Synergieeffekte mit dem Jugendamt. Der Kreis habe eine Vorbildfunktion bei der Einstellung einer dritten Krippenkraft. Grallert wies darauf hin, dass das neue Angebot aus Steuermitteln bezahlt werde. Die Verwaltung sei eben keine Firma, die im Wettbewerb stehe. Bernd Bischof (SPD) meinte, Steuergeld für Kinderbetreuung sei gut angelegt.

Auf Initiative seines Vorsitzenden Axel Brammer (SPD) sprach sich der Ausschuss einstimmig dafür aus, eine dritte Krippenkraft einzustellen. Außerdem sollen Schreiben an das Kultusministerium und an den Landkreistag in Hannover auf den Weg gebracht werden, in denen der Kreis die finanzielle Beteiligung des Landes an der dritten Kraft anmahnt. Wittkowski betonte, dass natürlich auch die Kreismitarbeiter, die ihre Kinder der Krippe anvertrauen, Beiträge zahlen müssten.