LANDKREIS - LANDKREIS/STI - Vor 30 Jahren entschied die Politik, die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wildeshausen deutlich aufzuwerten. „Der Keim zum heutigen Berufsbildungszentrum des Landkreises Oldenburg in Wildeshausen wurde am 31. Dezember 1976 durch ein Schreiben des Leiters der Land- und Hauswirtschaftlichen Berufsschule in Huntlosen, Landwirtschaftsdirektor Heinrich Sparke, an den seinerzeitigen Vorsitzenden der FDP-Kreistagsfraktion, Eilert Tantzen, gelegt“, erinnert sich Tantzen.
In dem Schreiben habe Sparke darauf hingewiesen, dass sich das Berufsschulwesen im Landkreis Oldenburg in den zurückliegenden 20 Jahren ungünstiger als in den benachbarten Landkreisen entwickelt habe. Ein Antrag der FDP-Fraktion, Wildeshausen zu stärken und ein für den ganzen Landkreis zuständiges Berufsschulzentrum einzurichten, wurde bereits am 1. April 1977 im Kreisschulausschuss beraten.
Die Liberalen hätten sich mit ihrem Antrag, ein kreiseigenes Berufsschulzentrum einzurichten, nicht nur Freunde gemacht, bemerkte Tantzen. „So bestanden die Kreishandwerkerschaften Oldenburg und Delmenhorst zunächst darauf, es beim alten Zustand zu belassen“, so der FDP-Bezirksehrenvorsitzende. Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer lehnte das Berufsschulzentrum in Wildeshausen ebenso ab wie die Lehrer-Gewerkschaft GEW. Gleichwohl folgte der Kreisausschuss im Dezember 1977 der FDP-Initiative.
Nachdem auch in den Folgejahren die Kritik an den Berufsschulplänen anhielten, kam es Anfang November 1979 zum „Befreiungsschlag“ (Tantzen). Die damalige Bezirksregierung Weser-Ems verfügte auf der Basis des so genannten Schulentwicklungsplans den Ausbau der Berufsschule Wildeshausen zu einem Berufsbildungszentrum. Schul- und Bauausschuss stimmten im Dezember 1979 einem entsprechenden Baukonzept für den ersten Bauabschnitt mit einem Volumen von drei Millionen DM zu. Die Gesamtbaukosten betrugen schließlich 13 Millionen DM und wurden vom Land Niedersachsen mit rund 30 Prozent gefördert.
Am 1. August 1982 begann der Schulbetrieb mit fünf Berufsfeldern, zahlreichen Fachschulklassen und einem Berufsvorbereitungsjahr. Der fünfjährige Kampf für das Projekt habe sich gelohnt, meinte Tantzen. Heute seien alle dafür.
