Landkreis - Der TSV Großenkneten ist in der Fußball-Kreisliga derzeit die Mannschaft der Stunde. Am Dienstagabend feierten die Großenkneter nicht nur den vierten Sieg in Folge, sondern brachten im Spitzenspiel dem bis dato ungeschlagenen Tabellenführer VfR Wardenburg mit 4:0 die erste Saisonniederlage bei. Der TSV rückte damit auf Rang drei vor hinter dem Harpstedter TB, der seine Aufgabe beim TSV Ganderkesee mit einem klaren 6:0-Erfolg souverän löste.
TSV Großenkneten - VfR Wardenburg 4:0 (2:0). Eine klasse Vorstellung gegen den Tabellenführer zeigten die Platzherren, die besonders kämpferisch sehr präsent waren und den Gegner kaum zur Entfaltung kommen ließen. Die Wardenburger hatten allerdings viele Ausfälle zu beklagen, was sich besonders im teilweise schwachen Abwehrverhalten zeigte. Schnell ins richtige Fahrwasser kamen die Kneter nicht zuletzt auch dadurch, dass ihrem Torjäger Mattis Asche schon in der zweiten Minute der Führungstreffer gelang, als er einen hohen Ball mit der Brust stoppte und aus der Drehung knallhart versenkte. Bis auf eine Riesenmöglichkeit von Dennis Beckmann (6.) beherrschten der TSV die Anfangsphase. In der 22. Minute traf erneut Asche, der ein zögerliches Verhalten eines Wardenburger Abwehrspielers ausnutzte.
Auch nach dem Seitenwechsel ließ die Intensität des Spiels nicht nach, und die zahlreichen Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten. Dem Sieg ein großes Stück näher kam der TSV nach dem dritten Tor durch Silas Beewen, der sich freigespielt hatte und unhaltbar für den Wardenburger Torhüter abzog (54.), wobei der Schuss noch vom Innenpfosten ins Tor prallte. Den Gästen muss bescheinigt werden, dass sie zu keiner Zeit aufgaben und um ein besseres Ergebnis bemüht waren. Doch der TSV spielte sehr kompromisslos und ließ nicht mehr viel zu. Einmal musste TSV-Keeper Sören Willers gegen den alleine auf ihn zustürmenden Beckmann sein Können unter Beweis stellen. Den Schlusspunkt setzte auf der anderen Seite Fynn Meyer mit einem platzierten Kopfball (57.) nach einem Freistoß.
„Wir haben verdient gewonnen. Besonders hat mit der große Einsatzwillen meiner Mannschaft gefallen“, sagte TSV-Trainer Kai Pankow. Ähnlich sah es Wardenburgs Coach Sören Heeren: „Das war ein verdienter Sieg für Großenkneten, der eventuell um ein bis zwei Tore zu hoch ausgefallen ist. Meine Mannschaft hat nie aufgegeben und hätte ein Tor verdient gehabt.“
TSV Ganderkesee - Harpstedter TB 0:6 (0:4). Der Tabellenzweite aus Harpstedt hatte das Geschehen in Ganderkesee von Anfang im Griff. Bereits zur Halbzeitpause lag das Team von HTB-Trainer Marcus Metschulat nach Treffern von Niklas Fortmann (21.), Marik Landgraf (27.), wiederum Fortmann (29.) sowie Julian Meyer (41.) fast schon uneinholbar mit 4:0 in Führung. Nach dem Seitenwechsel ließen es die Gäste dann etwas ruhiger angehen, dennoch bauten Onno Bolling (65.) und Fortmann (83.) mit seinem dritten Treffer des Abends den Vorsprung weiter aus. „Der Sieg war hochverdient“, fand Metschulat, der als einzigen Kritikpunkt die Chancenverwertung anmerkte. „Das Ergebnis hätte noch höher ausfallen müssen, wir haben viermal Aluminium getroffen.“
SV Achternmeer - Ahlhorner SV 3:1 (1:1). Mit dem zweiten Sieg in Folge hat sich Achternmeer von den unteren Tabellenplätzen erst einmal abgesetzt. „Den Dreier nehmen wir gerne mit“, meinte SVA-Trainer Mario Ranke, gab im gleichen Atemzug aber zu: „Es war ein ausgeglichenes Spiel und hätte auch unentschieden ausgehen können.“ Durch ein Eigentor im Anschluss an eine Ecke gerieten die Platzherren in Rückstand, konnten aber vor der Pause noch ausgleichen. Ein scharf hereingetretener Ball von Lando Kropp fand diesmal mithilfe eines ASV-Spielers seinen Weg ins Tor. Nach der Pause sogar Rune Schneider für das 2:1. Als die Gastgeber in der Schlussphase in Unterzahl gerieten (Gelb-Rot gegen Maik Böttcher/80.), warf Ahlhorn alles nach vorne, um den Ausgleich zu erzielen. Das nutzte Achternmeer zu einem Konter, und Schneider machte mit dem 3:1 alles klar (90.).
FC Hude II - TV Munderloh 1:3 (1:1). Nach zuvor zwei Niederlagen sind die Munderloher zurück in der Erfolgsspur – allerdings war es ein richtig hartes Stück Arbeit. Denn gerade in der ersten Halbzeit war Hude die bessere Mannschaft, ging verdient durch Hendrik Nordbruch in Führung (18.) und besaß zwei weitere sehr gute Chancen – unter anderem einen Pfostentreffer (25.). „Kassieren wir das 0:2, wäre es schwer geworden“, bekannte Gäste-Trainer Bendix Schröder. Stattdessen glich sein Team praktisch mit dem Pausenpfiff durch Christopher Flore aus und bekam durch im zweiten Abschnitt Oberwasser. Finn Bode (79.) und Jendrik Punke (90.+2) ließen die Munderloher aber erst mit ihren späten Toren jubeln.
FC Huntlosen - VfL Wildeshausen II 1:5 (0:3). Die Huntloser stehen derzeit ein wenig auf dem Schlauch. Mit der dritten Niederlage in Folge und nur einem Sieg aus den letzten sechs Spielen befindet sich der FC auf Talfahrt. „Ich hatte im Vorfeld schon gesagt: Es wird die Mannschaft gewinnen, die ihre Ausfälle besser kompensieren kann – und so war es dann auch“, sagte VfL-Coach Georg Zimmermann, dessen Team jetzt seit drei Spielen ohne Niederlage ist.
Nico Krumdiek und zweimal Andreas Kari erzielten die 3:0-Pausenführung der Gäste. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Yannis Brockmann auf 4:0, dem einzigen Huntloser Tor durch Stefan Merz folgte durch Marco D’Elia der 1:5-Endstand. FCH-Trainer Jan Schindler weiß, woran es momentan hapert. „Uns fehlen bis Jahresende acht Spieler verletzungsbedingt, wir bauen gerade ein neue Mannschaft auf und haben uns dazu auch A-Jugendspieler in den Kader gezogen – das braucht natürlich seine Zeit. Es läuft aktuell eigentlich alles gegen uns. Der Fußball-Gott darf gerne mal bei uns vorbeischauen“.
TV Dötlingen - TV Falkenburg 7:3 (4:0). Wiedergutmachung nach der 1:10-Schlappe in Großenkneten ist dem TV Dötlingen gelungen. Zehn Tore bekamen die Zuschauer zu sehen, aber kein schönes Fußballspiel. „Das hatte mit Kreisliga-Fußball nichts zu tun, aber von zwei schlechten Mannschaften war Dötlingen die bessere“, analysierte Falkenburg-Coach Jan Badberg. Schon zur Pause war die Partie entschieden, führten die Gastgeber doch nach Treffern von Joole Bredehöft, Shqipron Stublla, Johannes Ullerich sowie wiederum Stublla (per Foulelfmeter) bereits mit 4:0.
Direkt nach der Pause erzielte der eingewechselte Niels Punke das 4:1, im direkten Gegenzug stellten die Gastgeber mit einem kuriosen Treffer den alten Abstand wieder her. Eine Kopfballrückgabe hätte der Gästekeeper mit der Hand aufnehmen können, er entschied sich aber den Ball wegzudreschen, traf Dötlingens Ullerich, und der Ball prallte ins Tor zum 5:1. Dem 6:1 (Julian Eilers) folgte der zweite Falkenburger Treffer durch Thorsten Niehaus, und nach dem 7:2 (Joost Hoffrogge) setzte erneut Niehaus den Ball aus 40 Metern in den Winkel. „Personell gehen wir auf dem Zahnfleisch. Dazu fehlt uns ein Erfolgserlebnis“, fügte Badberg an.
TV Jahn Delmenhorst - KSV Hicretspor 5:2 (1:0). Der TV Jahn ist wieder in der Spur. Nach dem Ende der Drei-Spiele-Durststrecke und dem Sieg in Munderloh konnte der TV Jahn nun gegen Hicretspor nachlegen. „Das Wichtigste heute waren die drei Punkte. Mit Fußball hatte das nicht viel zu tun“, sagte Jahn-Coach Arend Arends, der ein „hektisches Spiel mit vielen Pass-Ungenauigkeiten sah“. Die Tore für den Tabellendritten erzielten Hannes Havekost zur 1:0-Pausenführung. Nach der Pause legten Sean Gradtke und Marc Pawletta jeweils einen Doppelpack drauf, während Hicretspor zweimal traf.

