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nordwest-zeitung

Grundwasser im Landkreis belastet Nitrat, Pflanzenschutzmittel und Stickstoff über erlaubten Werten

Landkreis - Hinsichtlich der Belastung des Grundwassers mit Nitrat und Pflanzenschutzmitteln im Landkreis Oldenburg ist keine Besserung in Sicht. „Eine Trendumkehr ist nicht erkennbar“, sagte Gerrit Finke (Kreisverwaltung) am Dienstagabend im Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss des Kreistages. „Die Nitratbelastung bedroht unser Grund- und Trinkwasservorkommen nach wie vor.“

Nitratwerte

33 der 57 Brunnen, die jährlich beprobt werden, weisen einen Nitratgehalt auf, der höher als die erlaubten 50 Milligramm (mg) pro Liter ist. 2019 waren es 32 von 58 Brunnen. Die durchschnittliche Nitratkonzentration aller Grundwassermessstellen liegt bei 66,30 mg/l und damit ähnlich wie 2019 und 2018. In den Jahren zuvor lagen die Werte über 70 mg/l.

Seit 2013 lässt die Kreisverwaltung jährlich die Brunnen auf Nitrat untersuchen, alle drei Jahre auf Pflanzenschutzmittel. „Wir haben 2013 begonnen, weil bestritten wurde, dass Nitrat im Grundwasser ist“, so Finke. Die Diagnose sei eindeutig, für die Therapie sei nicht der Landkreis verantwortlich.

Übrigens nimmt nicht nur der Landkreis Proben: Von den insgesamt 172 Messstellen des OOWV, des NLWKN und des Landkreises im Kreisgebiet weisen 38 Prozent einen Nitratwert von mehr als 50 mg/l auf, 29 Prozent bis 50 mg/l und 33 Prozent weniger als 1 mg/l.

Stickstoffmessung

Darüber hinaus hat der Landkreis in Kooperation mit dem Kreislandvolkverband Oldenburg das Projekt „Tiefensondierungen Stickstoffverlagerung“ initiiert. Seit 2017 werden jährlich fünf ausgewählte Standorte in Sandersfeld, Wunderburg, Lüerte, Achternholt und Westrittrum beprobt. „Alle Betriebe arbeiten nach den Vorgaben der Düngeverordnung“, berichtete Jutta Benken (Kreisverwaltung).

Trotzdem lägen die Stickstoffwerte über 50 mg/l. Ihr Zwischenfazit: „Die Ergebnisse erlauben teilweise den Rückschluss, dass die Düngungshöhen für die Standorte entweder zu hoch bemessen und/oder die Düngung zum falschen Zeitpunkt ausgebracht wurde.“ Es sei anzunehmen, dass die Wirtschaftsdünger zu niedrig angerechnet und Zwischenfrüchte nicht ausreichend in der Düngeplanung berücksichtigt würden.

In Achternholt, wo das Grundwasser laut Benken sehr hoch stehe, könne ein schneller Erfolg beobachtet werden. Der Landwirt habe seine Düngung umgestellt, sodass die Nitratwerte gesunken seien.

Pflanzenschutzmittel

Ebenfalls keine guten Nachrichten vermeldete Gerrit Finke bei den Pflanzenschutzmitteln. So konnten in 47 der 57 Grundwassermessstellen Pflanzenschutzmittel nachgewiesen werden. In drei Brunnen wurden die Wirkstoffe Atrazin, Diuron und Oxadixyl (alle ohne Zulassung) mit Werten über den erlaubten 0,0001 mg/l gefunden.

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