LANDKREIS - Der Bundestrend schlug offenkundig bis zum Landkreis Oldenburg durch: Die Grünen lösen nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis im Kreistag die FDP als drittstärkste Kraft ab. SPD und CDU mussten Federn lassen. Die Liberalen verloren gleich knapp neun Prozentpunkte. Verbessern konnten sich in einigen Gemeinden die „Unabhängigen“.

Bereits gegen 18.40 Uhr brachte der CDU-Kreisvorsitzende die erste Hiobsbotschaft mit ins Kreishaus: „Wir müssen wohl drei Prozentpunkte abgeben“, sagte er unter Hinweis auf den Landestrend. Hans-H. Hubmann, bislang CDU-Fraktionsvorsitzender, konnte dagegen positive Ergebniss aus Hoyerswege vermelden. Wer gehofft hatte, dass die Auszählung schnell geschafft sein werde, sah sich enttäuscht. Es dauerte bis kurz vor Mitternacht, bis das vorläufige amtliche Endergebnis für die Kreistagswahl vorlag. Die Gemeinde Wardenburg, die auch eine Bürgermeisterwahl bewältigen musste, meldete als letzte.

Unter den Gewählten sind einige bekannte Gesichter: Christel Zießler (SPD) holte mit 3734 Stimmen das beste Ergebnis in ihrem Wahlbezirk. Ex-Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen (CDU) schnitt mit 3495 Stimmen ebenso respektabel ab wie Wildeshausens Ex-Bürgermeister Franz Duin (SPD), der mit 3182 Stimmen zurück in den Kreistag kehrt. „Federn lassen“ musste dagegen der frühere Hatter Bürgermeister Helmut Hinrichs (SPD), der auf 1674 Stimmen kam. „Der Amtsbonus ist verbraucht“, so der Kreistagsvorsitzende, der sich aber zufrieden zeigte.

Allerdings gibt es auch zahlreiche Neulinge im Kreistag. Dazu gehörten der Huder Schulleiter Nico Rettcher (SPD) und Bankkaufmann Ralf Spille (CDU) aus Brettorf.

Mit Analysen hielten sich die Parteivorsitzenden zunächst zurück. „Die erste Erkenntnis ist, dass die Mehrheitsgruppe aus SPD und FDP abgewählt ist“, so CDU-Kreischef Focke. Bereits am Dienstag komme die neue CDU-Kreistagsfraktion zusammen, um einen neuen Vorstand zu wählen. Man biete allen Parteien Gespräche an. SPD-Kreischef Axel Brammer warn te vor voreiligen Schlüssen. Der SPD-Unterbezirk werde sich am Mittwoch beraten. Susann Kügler (Grüne) zeigte sich mit dem Ergebnis hoch zufrieden: „Ich freue mich vor allem für Harpstedt. Dort hat wohl die Schulpolitik den Ausschlag gegeben“, sagte sie unter Hinweis auf die IGS.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent