LANDKREIS - Die CDU-Fraktion im Kreistag des Landkreises Oldenburg bedauert, dass sich die Ermittlungen gegen den unter Korruptionsverdacht stehenden Landrat Frank Eger (SPD) nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch lange hinziehen sollen. „Darunter leidet der Landrat selbst, das Ansehen des Amtes und des Landkreises Oldenburg“, erklärte CDU-Fraktionschef Herwig Wöbse aus Prinzhöfte. Die Verantwortung dafür liegt aber nach Ansicht Wöbses beim Landrat selbst, der mit einer schnellen öffentlichen Aufklärung schon längst für Transparenz hätte sorgen können.
Wöbse: „Mit seinem juristischen Hintergrundwissen dürfte Frank Eger von Anfang an bewusst gewesen sein, dass die Mühlen der Justiz bekanntlich langsam mahlen. Statt jetzt mit dem Finger auf die Staatsanwaltschaft zu zeigen, sollte er sich lieber an die eigene Nase fassen in Bezug auf die Aufklärung der Hintergründe.“ Die meisten Widersprüche habe Eger selbst mit seinen wechselnden Äußerungen zur Sache geweckt, so die Einschätzung der CDU-Kreistagsfraktion.
Die Union hat nach eigenen Angaben die unterschiedlichen Äußerungen des Landrats in den Medien aufmerksam verfolgt und verglichen. „Dabei haben wir leider feststellen müssen, dass die Hintergründe von ihm unterschiedlich dargestellt wurden“, erklärte Wöbse. „Trotz Aufforderung unsererseits hat er diese Widersprüche bis heute nicht öffentlich klargestellt.“ Verstärkt werde der Eindruck dadurch, dass der Landrat entgegen seiner eigenen Ankündigung seitdem gar nichts mehr zu den Hintergründen mitgeteilt habe.
Wöbse erinnerte daran, dass Eger beispielsweise einmal zu Beginn der Affäre einen treuhänderischen Anteil seinerseits an der Vermögensverwaltungsgesellschaft MBP seiner Ehefrau bestritten und zwei Wochen später dann doch bestätigt habe.
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück, ermittelt gegen Eger, seine Noch-Ehefrau Katrin und Unternehmer Dieter Einsiedel wegen des Verdachts der Vorteilsnahme und der Vorteilsgewährung. Im Raum stehen Zahlungen von insgesamt 100 000 Euro. Es bestehe der Verdacht, dass Eger Amtshandlungen zugunsten der Einsiedel-Gruppe vorgenommen hat. Eger wie Einsiedel bestreiten die Vorwürfe.
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