Landkreis - Da wird viel Papier ausgebreitet in der Wahlkabine: Vier Stimmzettel müssen die meisten Wählerinnen und Wähler im Landkreis Oldenburg bei der Kommunalwahl am 12. September ausfüllen. Auf dem gelben Bogen stehen die Kreistagskandidaten, der grüne ist für die Wahl eines Landrats oder einer Landrätin, auf grauweißem Papier sind die Favoriten für den Stadt- oder Gemeinderat anzukreuzen und in sechs der acht Kommunen wird noch ein blauer Zettel ausgehändigt für die Bürgermeisterwahl.
Kumulieren und Panaschieren
Jeweils drei Stimmen dürfen für die Wahl zum Stadt- oder Gemeinderat und zum Kreistag abgegeben werden. Die Kreuze können oben beim Parteinamen gemacht werden, damit akzeptieren Wählerinnen und Wähler die vorgegebene Reihenfolge auf der Liste. Oder aber sie kreuzen ihre persönlichen Favoriten an. Es ist möglich, alle drei Stimmen einer Partei oder einem Kandidaten zu geben („kumulieren“), ebenso können die Kreuze aber auch auf verschiedene Kandidaten einer Partei oder auf unterschiedliche Parteien verteilt werden („panaschieren“).
Die beiden Möglichkeiten können zudem kombiniert werden, also beispielsweise zwei Stimmen für Kandidatin X von Partei A und eine Stimme für Partei B. Es dürfen auch nur ein oder zwei Kreuze gemacht werden, bei mehr als drei wird der Stimmzettel ungültig. Für die Landrats- und Bürgermeisterwahl haben die Wählerinnen und Wähler nur eine Stimme, egal wie hoch die Anzahl der Kandidatinnen und Kandidaten ist. Bis zu acht Kreuze sind also auf den vier Stimmzetteln möglich.
Kandidatinnen und Kandidaten
193 Personen bewerben sich am 12. September um eines der 50 Mandate im Kreistag – das sind 15 weniger als 2016. Die 51 Frauen und 142 Männer werden von acht Parteien und zwei Wählergemeinschaften aufgestellt. Die meisten Kandidaten (56) treten im Wahlbereich I an, der die Gemeinde Ganderkesee umfasst. In den Wahlbereichen II (Wildeshausen/Dötlingen/Harpstedt) und III (Hatten/Hude) sind es jeweils 50, im Wahlbereich IV (Großenkneten/Wardenburg) nur 37. In allen vier Wahlbereichen vertreten sind CDU, SPD, Grüne, FDP, AfD, Linke und Freie Wähler. Die UWG hat für Großenkneten und Wardenburg keine Liste aufgestellt. Im Wahlbereich II gibt es zudem Bewerber der Christlich-Demokratischen Wählergemeinschaft (CDW) und der Liberal-Konservativen Reformer.
Zwei Namen stehen auf dem grünen Stimmzettel: Sabine Drees und Dr. Christian Pundt streben das Amt der Landrätin bzw. des Landrats an. Beide sind parteilos, Pundt wird jedoch von sieben der acht Parteien (außer AfD) im Kreistag unterstützt. Bei den Bürgermeisterwahlen treten in Wildeshausen und Harpstedt jeweils zwei, in Dötlingen drei, in Ganderkesee vier, in Hude fünf und in Hatten sechs Personen an.
Wählerinnen und Wähler
Wahlberechtigt sind im Landkreis Oldenburg mehr als 110000 Menschen ab 16 Jahre. Am 2. August, als die Kreisverwaltung die Zahlen an die Landeswahlleiterin meldete, waren es genau 110729 Frauen und Männer. Diese Zahl kann sich bis zum 12. September aber noch leicht verändern. Bei der letzten Kommunalwahl am 11. September 2016 durften kreisweit 107705 Personen wählen. 61147 (56,77 Prozent) machten damals von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Am 12. September dürfen es gern wieder mehr sein.
