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Wahlkampf im Landkreis Oldenburg Immer wieder Ärger wegen der Plakate

Anfang der Woche war auf den Plakatwänden in Ganderkesee noch Platz – auch für die AfD. Das hatte die Verwaltung der Partei allerdings zunächst anders übermittelt.

Anfang der Woche war auf den Plakatwänden in Ganderkesee noch Platz – auch für die AfD. Das hatte die Verwaltung der Partei allerdings zunächst anders übermittelt.

Landkreis - Die Welt wird immer digitaler, aber das gute alte Wahlplakat ist weiterhin unverzichtbar. Fast überall setzten die Parteien auf die werbende Wirkung der Kandidaten-Konterfeis mit ihren Botschaften auf Papier und Pappe. Und wenn es damit Probleme gibt, ist die Aufregung sogleich groß. So wie Anfang dieser Woche in Ganderkesee. Da ärgerte sich der AfD-Kreisverbandsvorsitzende Harm Rykena darüber, dass die Gemeinde seiner Partei das Anbringen von Plakaten auf den eigens dafür aufgestellten Wänden untersagt habe. Es gebe einen Ratsbeschluss, wonach die Parteien sich für die Nutzung der Plakatwände anmelden müssten. Das habe die AfD versäumt, weil sie nicht über den Beschluss informiert war, so die Erklärung von Rykena. Mittlerweile jedoch musste die Gemeindeverwaltung kleinlaut einräumen, dass sie dem AfD-Politiker da wohl eine falsche Einschätzung mitgeteilt habe. Immerhin konnte sie auf einige noch vorhandene leere Flächen an den Stellwänden verweisen – der AfD stehe frei, diese zu bekleben.

Plakatwand-Vandalismus

Ärger mit der Plakatierung haben auch die Grünen im Landkreis: Kreisgeschäftsführerin Birte Wachtendorf beklagte jetzt die Beschädigung und Verunstaltung von Wahlplakaten in mehreren Gemeinden. Die Partei erstattete Strafanzeige und Wachtendorf mahnte zu Toleranz und Respekt gegenüber dem Eigentum von Parteien. Nach ihren Angaben richtete sich die Zerstörungswut der unbekannten Plakatwand-Vandalen auch gegen andere Parteien. In der Tat hatte auch schon die AfD in Wildeshausen das Gleiche erlebt und ebenso mit einer Anzeige darauf reagiert. Dass ausgerechnet Grüne und AfD hier mal auf einer Wellenlänge liegen, sollte aber nicht überinterpretiert werden.

Nicht das richtige Publikum

Der näher rückende Wahltermin, der anhaltende Wahlkampf-Modus, die Flut an Veranstaltungen und Terminen: Da können Kandidierende auch schon mal den Überblick verlieren. In Dingstede jedenfalls kam es am vergangenen Sonntag zu einer kleinen Verwechslung: Eine 20-köpfige Radfahrertruppe, die am Karpfenteich Rast machte, wurde gleich von zwei Bürgermeister-Anwärtern aufgesucht, die in der munteren Truppe offenbar ihre Zuhörerschaft vermuteten. Sowohl Jan Meiners (parteilos) als auch Katja Radvan (Die Linke / unabhängige Kandidatin) brauchten ein paar Momente, ehe ihnen bewusst wurde, dass es sich bei der munteren Runde nicht um ihr Publikum handelte. Das wartete nämlich gute 100 Meter weiter im Feuerwehrhaus schon auf die Kandidaten. Und dort war die Besucherzahl dann auch noch ein bisschen größer.

Wer wird denn jetzt gegrillt?

Für leichte Verwirrung sorgt auch die CDU in Wardenburg: Sie lädt zu einem informativen Grillabend ein, bei dem unter anderem der Bundestagskandidat Philipp Albrecht anwesend sein wird. Motto des Abends soll sein: „Grill den Albrecht“ – offenbar eine Anlehnung an die Koch-Show „Grill den Henssler“ auf Vox. Allerdings wird in der Sendung nach den Kochduellen immer der Verlierer „gegrillt“, indem dieses Wort mit einem heißen Eisen auf sein Foto gebrannt wird. Jetzt stellt sich die Frage, ob Philipp Albrecht zu dem Grillabend auch Plakate seiner Konkurrenten ums Direktmandat mitbringt. Die Parteifreunde wollen doch bestimmt nicht ausgerechnet ihren eigenen Kandidaten brandmarken...

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)
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