Hude/Wüsting/Landkreis - Mit 70 000 erwarteten Besucherinnen und Besuchern ist die Agrar- und Freizeitmesse Landtage Nord (18. bis 21. August) die größte Veranstaltung im Landkreis Oldenburg. Auch die Gemeinde Hude profitiert von der Mega-Messe – sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch, um sich zu präsentieren. Im Gespräch mit dieser Redaktion erklären Ramona Dahms, Fachdienstleiterin Bürgerdienste und Soziales, Wirtschaftsförderer Roland Arndt und Olaf Hespe, Allgemeiner Vertreter und Leiter des Fachbereiches Zentrale Dienste, welche Bedeutung die viertägige Großveranstaltung für die Gemeinde hat.
Mit einem höheren Aufgebot wird die Polizei bei den Landtagen Nord vertreten sein, erklärt Albert Seegers, Pressesprecher der Polizeidirektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch. Aus taktischen Gründen könne er jedoch keine genaue Anzahl der Einsatzkräfte nennen, „Verstärkung erhalten wir aber zum Beispiel von Kolleginnen und Kollegen aus der Reiterstaffel der Polizeidirektion Hannover“, sagt Seegers.
In den vorigen Jahren sei es zu Verkehrsbehinderungen auf den umliegenden Landstraßen und den Autobahnen 28 und 29 gekommen, erklärt Seegers: „Damit wird wieder zu rechnen sein.“ So empfiehlt auch die Polizei eine Anreise mit dem Zug.
An den Messetagen – vor allem an den Haupttagen Samstag und Sonntag – werden die Beamtinnen und Beamten mit verkehrsregelnden Maßnahmen beschäftigt sein. Darüber hinaus werden sie sowohl auf den Parkflächen als auch auf dem Messegelände auf Streife gehen. Mit Blick auf die vergangenen Jahre seien auf dem Messegelände auch Straftaten festgestellt worden – darunter Sachbeschädigungen und Diebstähle, so der Pressesprecher.
Image-Faktor
Wenn zehntausende Menschen zur alljährlichen Messe nach Wüsting kommen, herrscht in dem kleinen Ort Ausnahmezustand. Für die Gemeinde Hude ist die Messe eine Gelegenheit, sich auch weit über die Grenzen des Landkreises Oldenburg zu präsentieren.
„Für uns ist das natürlich auch ein Image-Faktor“, sagt Hespe. Von Beginn an – die Messe fand erstmals 2004 statt – war die Gemeinde mit einem Stand vertreten.
Waren Vertreterinnen und Vertreter aus Hude anfangs als einzige Gemeinde des Kreises auf der Messe mit dabei, schlossen sich später auch die Gemeinden Hatten und Großenkneten, aber auch die Kooperation „Vier auf dem Rad“ der Gemeinden Ganderkesee, Hude, Lemwerder und Berne, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Oldenburg (WLO) und nun auch der Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest zu einem Gemeinschaftsstand zusammen.
Thema Tourismus
Über die Jahre hinweg informierte die Gemeinde Hude an ihren Ständen zu verschiedenen Themen, beispielsweise über Kitas, das Kloster, die Gastronomie, aber auch zu Städtepartnerschaften. Mit diesem Jahr wird sich das aber ändern. „Wir haben uns dazu entschieden, nur noch mit dem Thema Tourismus vertreten zu sein“, sagt Arndt. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Besucherinnen und Besucher der Messe aus einem großen Einzugsgebiet – von den Grenzen der Niederlande bis nach Osnabrück – kommen, will die Gemeinde gemeinsam mit der Touristik-Palette Hude – als Teil des Gemeinschaftsstandes – zeigen, was der Tourismus zu bieten hat. Dazu gehören unter anderem besondere Wanderwege und Fahrradrouten.
Generell sind die Landtage ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde, erklärt Arndt. Die weit mehr als 100 Betten der örtlichen Hotels und Ferienunterkünfte seien in dieser Zeit ausgebucht. Auch für die Gastronomie bedeute die Mega-Messe steigende Umsatzzahlen, sagt der Wirtschaftsförderer. Das ist aber nicht nur in Hude der Fall: Auch in Hatten und Oldenburg würden unter anderem Aussteller Zimmer mieten.
Wege ausgeschildert
Viele Besucher bedeuten aber auch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Weitläufig sind deshalb bereits an Autobahnabfahrten und Zubringern Wege zur Messe ausgeschildert, erklärt Dahms als Leiterin des Ordnungsamtes. In früheren Jahren sei das „Wildparken“ ein großes Problem gewesen, erklärt sie. So waren beispielsweise Auffahrten oder Parkplätze von Supermärkten zugeparkt.
Doch seit auf der Messe weitläufige, kostenlose Parkmöglichkeiten vorhanden sind, habe sich die Situation enorm gebessert, sagt sie. Nicht zuletzt, weil rund 20 Ordner die Autofahrer einweisen werden. Dahms weist jedoch darauf hin, dass die Anreise mit dem Zug eine gute Alternative sei, weil sich der Bahnhof Wüsting in unmittelbarer Nähe zur Messe befindet.
