Wildeshausen - Für Generationen von Schülerinnen und Schülern war er eine Institution: Wilfried Schmidt, 34 Jahre lang Hausmeister am Gymnasium Wildeshausen, feiert an diesem Sonnabend seinen 80. Geburtstag. Wilfried Schmidt? So nannten ihn die wenigsten, fast alle sagten „Shorty“ zu ihm. Dabei ist er mit 1,75 Metern weder besonders groß noch klein. „Shorty“ jedenfalls ist Schmidt bis heute: Auch 15 Jahre nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand begegnen ihm Lehrkräfte von früher und unzählige Ex-Gymnasiasten, die den Charakterkopf mit den weißen Haaren sofort erkennen und gern grüßen. Umgekehrt genauso: Schmidt weiß noch von sehr vielen, die als Jugendliche auf „seinem“ Schulhof herumliefen, die Namen.
Klare Ansagen
Zu den allermeisten davon hatte er ein gutes Verhältnis – trotz seiner oft klaren Ansagen: „Ich habe ihnen das Rauchen auf dem Schulhof verboten und eine Stunde später haben wir wieder nett miteinander geschnackt“, erinnert sich der langjährige Hausmeister, der nach dem Renteneintritt vom Wohnhaus auf dem Schulgelände an den Niedersachsenweg umgezogen ist. Der Stadt Wildeshausen, die seit 1945 nach der Flucht der Familie aus Ostpreußen seine Heimat ist, hat er immer die Treue gehalten. Gilde-Mitglied ist er auch seit mehr als 50 Jahren und beim Ausmarsch hat Schmidt sich jedes Mal gefreut, wenn ihm einstige Schüler zuwinkten.
Der Tod seiner Frau Ilonka vor fünf Jahren hat ihn sehr getroffen. 52 Jahre waren die beiden verheiratet und auch beruflich hat seine Frau ihn immer unterstützt. „Ich war ja ganz alleine für alle Gebäude zuständig“, sagt der gelernte Bau- und Kunstschlosser. Als er 1973 am Gymnasium anfing, war gerade der erste Trakt fertig, die Schule blieb eine ständige Baustelle – da war der Hausmeister als Handwerker gefordert.
Jäger und Camper
So war nicht viel Zeit für die Hobbys, die er trotzdem pflegte: der Hamburger SV, der Wohnwagen in Fedderwardersiel und vor allem die Jagd. Mittlerweile hat Schmidt das Waidwerk und das Campen eingestellt, die HSV-Flagge weht noch in seinem Garten.
Den runden Geburtstag verbringt der zweifache Vater und dreifache Großvater im Familienkreis. Grüße von unzähligen „Schul-Freunden“ werden ebenfalls erwartet.
