Planung des Windparks im Hohenbökener Moor

Wenn das Moor mehr CO 2 ausstößt als durch die Windkraftanlagen eingespart wird, dann geht es den Kommunen Hude und Ganderkesee nicht mehr um den Klimaschutz, sondern um die Einnahmen von Gewerbesteuern. Wie von der Huder Ortsgruppe des BUND beschrieben, sind Moorböden einer der wichtigsten Akteure im Klimaschutz. Denn das Ökosystem Moor besitzt den größten Kohlenstoff-Speicher pro Fläche auf dem Festland.

In Mooren hat die Errichtung einer Windkraftanlage eine weitreichende Entwässerung zur Folge. Dadurch wird eine Mineralisierung des Torfkörpers gefördert, sodass vermehrt Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid freigesetzt werden. Bildlich beschrieben: Das Absacken des Moorbodens zeigt den Verlust von CO 2 . Dabei gilt: Je entwässerter das Moor, desto mehr Freisetzung von CO 2 . Das Hohenbökener Moor besitzt eine gewaltige Torfmächtigkeit von durchschnittlich zwei Metern und das Potenzial, eine große Menge Treibhausgase freizusetzen.

Weiterhin kommt es durch die Folgen des Klimawandels zu immer extremeren Wetterereignissen. Naturnahe Moore helfen uns auch hier, indem sie als Schwammlandschaft agieren, zum Beispiel durch die Retention von Überschusswasser und dessen langsame Abgabe. Entwässern wir diese Flächen mit einem Fundament von tausenden Kubikmetern Beton für den Windpark, können sie ihre Regelungsfunktionen nicht mehr erfüllen.

Das Ziel der Kommunen Hude und Ganderkesee sollte es sein, Flächen wie das Hohenbökener Moor zu renaturieren. Denn unterm Strich ist es für uns Steuerzahlerinnen und Steuerzahler günstiger, als die Schäden von Hochwasser und Bränden zu bezahlen.

Windkraft? Ja, bitte! An natur- und landschaftsverträglichen Standorten.

Annalena Becker Hude