Es wäre traurig, wenn der vom MIT-Chef Manfred Wulf in der Personalie Bürgermeister Dr. Kian Shahidi an den Tag gelegte Umgangsstil Schule machen würde. Wieder einmal wird kübelweise Gülle über unseren scheidenden Bürgermeister gegossen. Wenn Herrr Wulf die „idiotische Planung“ des Bürgermeisters im Zusammenhang mit dem Feuerwehrneubau an den Pranger stellt, dann schießt er aus meiner Sicht ein klassisches Eigentor.
Warum? Wildeshauser Bürger, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Kindheit in Wildeshausen verbrachten, berichten unisono, dass der ausgewählte neue Feuerwehrstandort seinerzeit eine sehr große Müllkippe gewesen sei.
Eine vorherige Recherche in der von Herrn Wulf angeprangerten Sachlage Feuerwehrneubau hätte die Verbalinjurien gegen unseren Bürgermeister erspart, dies umso mehr, weil der MIT-Chef in seinem unmittelbaren Umfeld Kenner der Wildeshauser Szene in der Nachkriegszeit hat.
Ein weiterer beklagenswerter Punkt ist die seit mehreren Monaten durch die fünf Ratsparteien (ausgenommen UWG) in Wildeshausen „neutral“ betriebene „Deichselei“ in Gestalt der Bürgermeisterkandidatin Frau Sabine de Buhr-Deichsel. Dass der MIT-Chef in seiner Brandrede die vorstehende Aktion sanktioniert, ist seine Sache.
Ich darf in diesem Zusammenhang an die letzte Bürgermeisterwahl erinnern, die gründlich in die Hose ging, weil der damalige favorisierte Kandidat haushoch gegen unseren zur Zeit noch amtierenden Bürgermeister unterlag.
Letztlich werden auch diesmal die Wildeshauser Bürger bei der in einigen Monaten stattfindenden Wahl entscheiden.
Ist die Verlegung der Stolpersteine nicht letztendlich mit einer überzeugenden Mehrheit im Rat beschlossen worden, sicherlich nach vielen Debatten, aber auch mit nicht wenigen Stimmen der CDU? Hier noch einmal das Abstimmungsergebnis: 22 Ratsmitglieder dafür, 4 Enthaltungen, 4 Gegenstimmen.
Die Verlegung am Sonnabend haben gut 40 Personen begleitet, unter ihnen Vertreter der SPD, der UWG und vom Bündnis 90.
Aber was sofort, und nicht nur mir, auffiel: Die CDU war nicht vertreten – aus Zeitgründen? Das wäre der wohl fatalste Grund. Oder etwa deswegen, weil der Bürgermeister dabei war? Nach den aktuellen Zeitungsberichten könnte man das fast vermuten.
Die CDU trägt nicht unwesentlich das Geschehen in der Stadt mit, die Verlegung der Stolpersteine, mit der die Erinnerung an die ermordeten jüdischen Wildeshauser Mitbürger wach gehalten werden soll, begleitet sie aber nicht?
