Ganderkesee - Es ist jedes Mal ein besonderer Hingucker, wenn weihnachtlich geschmückte Trecker durch die Straßen von Ganderkesee rollen. Am Samstag, 16. Dezember, ist es wieder so weit: Rund 50 Traktoren machen sich um 17 Uhr von der Westtangente aus auf den Weg durch den Ort. Zum vierten Mal wollen Landwirte aus der Gemeinde und der Region Kindern und Erwachsenen am Straßenrand eine Freude bereiten – und dabei auch auf ihre Situation aufmerksam machen.
Trecker sind geschmückt
„Die Trecker sind schon geschmückt“, sagt Marina Hespe vom Organisationsteam. Denn am vergangenen Wochenende waren bereits zahlreiche Traktoren in Syke unterwegs. Dort befindet sich das Kinderhospiz Löwenherz, für das die Ganderkeseer Landwirte mit ihrer Aktion Spenden sammeln wollen. Während der Corona-Pandemie entstand die Idee für die Lichterfahrten, inzwischen sind die beleuchteten Trecker in der Vorweihnachtszeit in ganz Deutschland unterwegs.
Mit der Rundtour, die vom Ortslandvolkverband und der Landjugend Ganderkesee organisiert wird, verfolgen die Landwirte noch ein anderes Ziel. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass die regionale Landwirtschaft unterstützt werden muss“, sagt Marina Hespe. In der Einladung für die Lichterfahrt nennen die Organisatoren aktuelle Probleme für die Landwirtschaft. Dazu gehört unter anderem der Klimawandel mit Wetterextremen wie Dürren und Starkregen, die zu Ernteeinbußen und Ernteausfällen führen.
Darüber hinaus verweisen die Landwirte auf eine Vielzahl an Regulierungen zu Pflanzenschutz, Tierhaltung und Lebensmittelsicherheit. „Diese Regulierungen sind notwendig, um die Umwelt und die Gesundheit der Verbraucher zu schützen. Allerdings führen sie auch zu höheren Kosten für die Landwirte.“ Zudem seien der Wettbewerb mit Landwirten aus Ländern mit niedrigeren Produktionskosten und die weltweit steigende Nachfrage nach Lebensmitteln besondere Herausforderungen.
Das hilft Landwirten
Doch Ortslandvolkverband und Landjugend haben auch Tipps, wie Ganderkeseer und Ganderkeseerinnen die Landwirte in ihrer Nachbarschaft unterstützen können: „So viel wie möglich regional kaufen“, lautet ihre Bitte. Man könne regionale Wochenmärkte und Hofläden besuchen. Wichtig sei auch, saisonale Produkte zu kaufen.
Die Wichtigkeit der Landwirtschaft zeigt sich aber nicht nur bei den großen globalen Themen: „Es sind viele Kleinigkeiten“, sagt Marina Hespe. Sie nennt den Trecker, der geholt werde, wenn ein Wagen bei Glätte in einen Graben gerutscht sei oder das Heu, das die zahlreichen Pferdebesitzer in der Region für ihre Tiere benötigen würden. „Ohne Landwirte geht es nicht.“
Streckenführung
Die Lichterfahrt an diesem Samstag führt von der Westtangente aus durch die Birkenallee, den Habbrügger Weg, die Alte Siedlung, den Nordweg, die Straße Am Schürbusch, die Grüppenbührener Straße, die Raiffeisenstraße und die Lindenstraße. Gegen 17.30 Uhr geht es durch die Wittekindstraße, die Rathausstraße, den Ring, die Lange Straße, Neddenhüsen und die Mühlenstraße über die Bergedorfer Straße in Richtung Ortsausgang. Unter dem Betreff „Lichterfahrt Ganderkesee“ bitten die Landwirte um eine Spende an das Kinderhospiz Löwenherz. Außerdem freuen sie sich über Kinder mit Laternen am Straßenrand.
