Ganderkesee - Bunt geschmückte Trecker, leuchtende Kinderaugen und das Gefühl, seinen Mitmenschen etwas zu geben: Bereits zum vierten Mal haben sich Landwirte aus der Gemeinde Ganderkesee und umzu zusammengeschlossen, um mit ihrer Lichterfahrt die Adventszeit aufzuhellen. Rund 50 Trecker rollten am vergegangenen Samstag durch den Ort. Alle Beteiligten verfolgten ein Ziel: Menschen mit ihren weihnachtlichen Landmaschinen eine Freude zu bereiten.
Viele Zuschauer
„Es war einfach super“, sagt Marina Hespe. Die Wahl-Ganderkeseerin gehört zum Orga-Team, das in diesem Jahr bereits zum vierten Mal das weihnachtliche Spektakel organisiert hat. Die Route führte ab 17 Uhr unter anderem von der Westtangente durch die Birkenallee, den Habbrügger Weg, durch die Grüppenbührener Straße, die Raiffeisenstraße und die Lindenstraße.
Die Tour, organisiert vom Ortslandvolkverband und der Landjugend Ganderkesee, lockte wieder zahlreiche Menschen – ob jung oder alt – an den Straßenrand. „Das waren so viele. Ich glaube, es waren sogar noch mehr als im vergangenen Jahr“, sagt Hespe. Auch im vierten Jahr sorgt die Aktion noch für leuchtende Kinderaugen. Vor allem das Hupen der Landmaschinen komme bei den Kleinsten besonders gut an, sagt sie.
50 weihnachtlich geschmückte Trecker rollten auch in diesem Jahr wieder bei der Lichterfahrt durch Ganderkesee.
Jan-Dennis Scherschanski
50 weihnachtlich geschmückte Trecker rollten auch in diesem Jahr wieder bei der Lichterfahrt durch Ganderkesee.
Jan-Dennis Scherschanski
50 weihnachtlich geschmückte Trecker rollten auch in diesem Jahr wieder bei der Lichterfahrt durch Ganderkesee.
Jan-Dennis ScherschanskiSpenden für Kinderhospiz
Doch die Aktion soll nicht nur die Menschen vor Ort berühren. Die Landwirte sind sich allesamt einig, sie wollen mehr tun. So haben sie in diesem Jahr die Lichterfahrt mit einer Spendenaktion für das Kinderhospiz Löwenherz in Syke verbunden. Bereits eine Woche zuvor, am Samstag, 9. Dezember, steuerten sie mit ihren geschmückten, weihnachtlichen Treckern das Kinderhospiz an. Eine Stunde lang versammelten sie sich vor dem Hospiz, um die besondere Form von besinnlicher Stimmung nach Syke zu bringen. Für Hespe war das ein ganz besonderer Moment. „Das geht einem wirklich so nah“, sagt sie.
Angespannte Lage
Ursprünglich plante Hespe aber auch damit, ein Zeichen des Protestes während der Lichterfahrt zu setzen, um auf die angespannte Lage der Landwirte – unter anderem durch Klimawandel, Wetterprobleme, die Debatte um den Agrardiesel und erhebliche Kostensteigerungen – aufmerksam zu machen. Die Idee lag darin, auf der Tour anzuhalten, die Beleuchtung der Trecker für einen Moment auszuschalten und einige Worte zur Situation zu verkünden. Doch aus organisatorischen Gründen entschieden sich die Akteure gegen den friedlichen Protest.
Hespe und das weitere Orga-Team sind sich einig: Die Lichterfahrt in Ganderkesee ist über die Jahre hinweg zu einer kleinen Tradition geworden, die bei vielen Ganderkeseerinnen und Ganderkeseern zur Vorweihnachtszeit mittlerweile fest mit dazu gehört. Dass auch im nächsten Jahr wieder dutzende geschmückte Trecker eine Tour durch den Ort fahren werden, das wünscht sie sich schon jetzt sehr.
