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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Ein Volltreffer auf dem Faustballfeld

24.07.2018

Ahlhorn /Linz An diesem Dienstag beginnt im österreichischen Linz die Faustball-Weltmeisterschaft der Frauen. Deutschland startet als Titelverteidiger ins Turnier – zum ersten Mal seit 20 (!) Jahren allerdings ohne eine Spielerin aus dem Landkreis.

Ärgster Konkurrent um den Titelgewinn dürfte wohl der Finalgegner von 2016, Brasilien, werden. Die Südamerikanerinnen wollen in diesem Jahr unbedingt den Titel zurückerobern. Helfen soll dabei Isabella Lucchin, 21 Jahre alt, Angreiferin und derzeit Spielerin beim Ahlhorner SV.

Seit Ende April ist Lucchin, geboren in Porto Alegre, im Landkreis Oldenburg, spielt mit den ASV-Frauen in der Bundesliga. „Ich habe schon immer vorgehabt, einmal eine Saison in Europa zu spielen, mich spielerisch zu verbessern, neue Lebenserfahrungen sammeln und Deutsch zu lernen“, erzählt sie im Vorfeld der Titelkämpfe in Linz. Als feststand, dass sie sich mit ihrem Heimatverein Sogipa Porto Alegre für den Weltpokal der Vereinsmannschaften in Vaihingen/Enz qualifiziert hatte und in den brasilianischen Kader für die Weltmeisterschaften in Linz nominiert worden war, reifte in ihr die Überlegung, die Zwischenzeit in Europa zu spielen. „Erst habe ich versucht, mit Vereinen aus Süddeutschland und der Schweiz Kontakt aufzunehmen. Dann aber hat mich Quatschi auf die Idee gebracht, nach Ahlhorn zu gehen“, sagt Lucchin. Quatschi – mit bürgerlichem Namen Jorge Eduardo Süffert – ist in Ahlhorn kein Unbekannter. Er trug selbst schon einmal das ASV-Trikot, spielte mit den Männern in der Bundesliga. Bis heute hat der Brasilianer ein sehr freundschaftliches Verhältnis zur Familie Meiners, klärte für Isabella die wichtigsten Dinge ab. „Ich bin ihm sehr dankbar, denn er war derjenige, der alles organisiert hat, damit ich heute in Ahlhorn sein kann.“

Der Faustballsport in Brasilien

Brasilien gehört neben Deutschland, Österreich und der Schweiz zu den größten und erfolgreichsten Faustballnationen. Sechs Mal gewann das südamerikanische Land den Titel bei Weltmeisterschaften (2x Männer, 1x Frauen, 3x männliche U18), zuletzt vor rund einer Woche mit der männlichen Jugend U18 in den USA.

Die erfolgreichsten Vereine sind Duque de Caxias aus Curitba, Sogipa Porto Alegre und SG Novo Hamburgo. Aber auch Sao Bento und Pomerode stellen starke Faustballteams.

Bei den World Tour Finals in diesem Jahr – dem Weltpokal für Vereinsteams – sicherten sich Novo Hamburgo und Duque de Caxias den Titel.

Nach dem vierten Platz beim Weltpokal in Vaihingen/Enz machte sich Isabella Lucchin auf den Weg nach Norddeutschland. „Ich war nervös, konnte kein Deutsch und kannte niemanden“, erinnert sie sich. Doch die Unsicherheit war innerhalb kürzester Zeit verfolgen. „Alle haben mich sehr gut aufgenommen, mir bei allem geholfen und somit ein schnelles Einleben ermöglicht.“ Auch mit der deutschen Sprache klappt es schon recht ordentlich. Bis Ende Juni besuchte die 21-Jährige einen Deutschkurs, besuchte verschiedene Veranstaltungen. „Vor der Weltmeisterschaft habe ich außerdem eine Reise nach Kroatien gemacht.“ Dazu war sie in Ahlhorn als Trainerin für den Faustball-Nachwuchs – von den Minis bis hin zur weiblichen U18 – im Einsatz.

Und auch auf dem Faustballfeld brachte sich Isabella Lucchin mit ihrer Qualität im Angriff hervorragend in die Mannschaft ein. Ohne eine Saisonniederlage marschierte Ahlhorn zur Nordmeisterschaft in der Frauen-Bundesliga, holte dazu die Bronzemedaille beim Europacup in Schneverdingen. „Hier in Deutschland gibt es viel mehr Spiele als in Brasilien. Unsere nationale Meisterschaft findet an nur einem Wochenende statt und wir haben nur eine Liga“, sagt sie. Mit Ahlhorn habe sie die nationale Meisterschaft über drei Monate mit Begegnungen an jedem Wochenende gespielt. „Man kann schon sagen, dass es hier fast echter Profisport ist.“

Nun bereitet sich Isabella seit einigen Tagen mit der Seleção in Linz auf die WM vor. In der Vorrunde warten Belgien, Neuseeland, die Schweiz und Gastgeber Österreich als Gegner. „Wir wollen unbedingt Weltmeister werden“, ist die Angreiferin optimistisch. In der anderen Gruppe trifft Titelverteidiger Deutschland auf Argentinien, Tschechien, Polen, Italien und Serbien. Egal wie das Turnier ausgeht – nach der WM wird die Brasilianerin noch einmal nach Ahlhorn zurückkehren. Denn dort finden am 18./19. August die Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen statt. Die ASV-Frauen stehen bereits im Halbfinale und gehören zu den Top-Favoriten. „Deutscher Meister in Ahlhorn zu werden wäre schon echt toll“, sagt Lucchin, die sich nur allzu gern mit diesem Erfolg zurück in Richtung ihrer brasilianischen Heimat verabschieden würde.

Sönke Spille
Volontär, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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