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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Abenteuer: Mit Hunden zu Fuß nach Spanien

12.07.2014

Ahlhorn Merle Reige will laufen. Allein. Nicht von Ahlhorn nach Großenkneten, nein, von Ahlhorn nach Spanien. Nur zwei tierische Begleiter hat sie dabei, ihre Hunde Pluto und Dito – und 30 Kilogramm Gepäck. „Wenn man so lange ganz alleine unterwegs ist, braucht man viel Gepäck, aber das kann ich nicht alleine tragen“, sagt die kesse 19-Jährige.

Hierfür ziehen ihre beiden Vierbeiner ein sogenanntes „sacco cart“, einen Hundezug, auf dem ihr Gepäck festgeschnallt wird. „Mein Pluto, ein russischer schwarzer Terrier ist das Krafttier. Dito führt den Zug in Sachen Navigation“, sagt Merle, die rund ein Jahr für ihre Hin- und Rückreise plant, obwohl sie sich noch nicht sicher ist, wie lange sie bleiben will. Denn vieles ist für sie noch offen.

Merle will frei sein

Die Idee, einmal mal raus zu müssen, kam Merle schon vor vier Jahren. „Ich war mir sicher, dass ich nach dem Abitur nicht einfach den normalen Lebenslauf weiter gehen will. Ich will frei sein, ein Jahr raus, etwas erleben, und vor allem ist mir wichtig: Alleine sein“, sagt die Ahlhornerin. Durch einen Schüleraustausch verbrachte sie mehrere Monate in Lettland. Dort schmiedete sie den Plan mit dem Laufen, denn eigentlich wollte die fitte Jugendliche nach Russland laufen: „Doch alleine nach Russland ist mir dann doch zu kalt und zu gefährlich. Ich wollte ein Land finden wo ich den Winter draußen auch überstehen kann“.

So fiel die Wahl auf Spanien, ohne festes Ziel. „Ich bin ganz offen, was mich dort erwartet. Ich bin eigentlich kein Menschenfreund und freue mich schon, mit meinen zwei Hunden auch lange ganz alleine in der Wildnis zu seien. Dennoch bin ich auch gespannt, wie gastfreundlich die Leute in Spanien und in den Ländern auf dem Weg dorthin sind“, sagt Merle.

Sie will überwiegend in einem großen Zelt übernachten. Doch wenn sie nette Einheimische trifft, möchte sie sich durchfragen. „Vielleicht haben die Leute auf dem Land ja auch mal einen Schlafplatz für mich, oder Essensreste für die Hunde oder sogar Strom“, denn ganz ohne Technik zieht sie nicht los. Ihr Smartphone und ihr Laptop sind dabei, doch mit der Energie wird es dann so eine Sache.

„Schon allein aus Sicherheitsgründen habe ich mein Handy dabei. Wer weiß, was dann doch noch passieren könnte. Ich nehme mir genug Akkus mit, aber irgendwann brauche ich den Strom.“ Auch für den Laptop, denn während ihrer Reise will Merle auch fleißig bloggen. Unter dem Titel „Tom wandert“ versucht sie im Internet ihre Reise festzuhalten. Tom ist Merles Spitzname.

Angelika Salzburg-Reige, Merles Mutter, war ganz zu Anfang nicht von der Idee begeistert: „Es fällt mir natürlich sehr schwer. Doch ich weiß, dass meine Tochter sehr selbstständig ist und sich auch bei der Vorbereitung komplett alleine geholfen hat. Sie geht ihren Weg.“

Lange Vorbereitungen

Weil ihre Hunde speziell trainiert werden mussten, waren die Vorbereitungen dementsprechend lang. Ihren Hund Dito hat Merle schon seit 10 Jahren, an ihn hat sie sich schon längst gewohnt. Doch der kraftvolle Pluto, musste in drei Wochen harter Arbeit von ihr selbst umgewöhnt werden: „Pluto war aggressiv und unruhig. Es hat seine Zeit gedauert, aber nun hab ich ihn an mich gewöhnt.“ Danach folgte das Training mit dem Hundezug. „Das ging ganz gut, denn die beiden ergeben zusammen ein perfektes Team.

Am 7. August soll die Reise losgehen: „Erst werde ich mit den Hunden morgens spazieren gehen, mich mit ihnen warm machen und dann geht es zur ersten Station nach Hannover.“ Vorher verabschiedet sie sich noch von ihrer Familie und auch von allen Freunden in Ahlhorn. „Du bist doch verrückt“, „so etwas würde ich auch gerne mal machen“ und „ich habe sehr viel Respekt vor deinem Mut“ waren die Reaktionen von Merles Freunden, als sie von ihrem Tripp erfuhren, fügt die Naturfreundin hinzu.

Nach der Reise: Studium

In Hannover trifft sie dann ihren Freund Andreas: „Auch dieser Abschied wird mir nicht leicht fallen. Vielleicht kommt er mich ja irgendwie mal besuchen“, hofft Merle. Ganz sicher freut sie sich aber darauf, endlich „frei zu sein“ und nicht von einer Lehranstalt in die nächste zu müssen.

Aber ein festes Ziel hat sie trotzdem: „Ich möchte irgendwann ein Studium zur Veterinärmedizinerin anfangen“. Wann genau sie an irgendeiner Universität starten will, ist noch komplett unklar – so wie vieles auf ihrer abenteuerlichen Reise.

Heiner Elsen Friesoythe / Redaktion Münsterland
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