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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

„Die Welt rückt immer weiter zusammen“

17.01.2015

Ganderkesee /Hamburg Religion und Glaube betrachte er unter mehreren Gesichtspunkten, sagt Hamid Derakhshan. „Ich bin in einem sehr religiösen Staat aufgewachsen.“ Der gebürtige Iraner wurde in Teheran geboren. „Ich lebe seit meinem neunten Lebensjahr mit meinen Eltern in Deutschland.“

Sie seien „mittelmäßig religiös“, meint der 32-Jährige. „Jeder wie er will – solange man niemandem dabei schadet.“ Als Kind sei er im Iran ein paar Mal mit in die Moschee gegangen, habe die Religion kennen gelernt.

Seine eigentliche Leidenschaft gilt bis heute dem runden Leder: „Ich habe lange Zeit bei Werder Bremen gespielt.“ Dort durchlief er die Jugendmannschaften bis in den Herrenbereich. Am Ende hatte er zwölf Mal Training pro Woche – Leistungssport. „Ich habe ein Jahr als Vertragsamateur gespielt und durfte tolle Fußballer kennen lernen.“ Unter anderem trainierte er mit Simon Rolfes, Nelson Valdes und Florian Kohfeldt – bekannte Namen in der Bundesliga.

Mit 22 Jahren entschied sich Hamid Derakhshan für eine akademische Laufbahn: „Ich wollte nicht immer als Sportler abgestempelt werden.“ Auch für seine Eltern, die er als sehr ehrgeizig bezeichnet, sei neben die sportlichen Karriere immer auch die Bildung wichtig gewesen.

In Bremen studierte der 32-Jährige Internationales Management. „Ich fand Wirtschaft schon immer interessant.“ Außerdem lernte er so viele Sprachen: Neben seiner Muttersprache Persisch spricht er Deutsch, Englisch, Arabisch, Spanisch und absolvierte das kleine Latinum.

Als er Arabisch lernte, beschäftigte er sich erneut mit dem Islam: „Ich wollte wissen, was dahinter steckt.“ Ein halbes Jahr lang studierte er in Ägypten. „Dort habe ich die arabische Sprache von einem klassischen Gelehrten gelernt und bekam so auch einen tieferen Einblick in die Religion“, erzählt der 32-Jährige. „Ich habe den Islam immer mit Abstand betrachtet und versucht, dahinter zu blicken und ihn zu verstehen.“

Seit fünf Monaten lebt Hamid Derakhshan nun in Hamburg, arbeitet dort im internationalen Handel mit Fleisch- und Fischprodukten. Dubai oder Paris sind nur einige Orte, an denen er bereits tätig war. „Es geht immer dorthin, wo eine Messe, wo Bedarf ist.“

Dem Fußball bleibt der Internationale Kaufmann neben Studium und Arbeit treu: „Mit 25 bin ich Trainer geworden.“ Zunächst in Delmenhorst beim TuS Heidkrug, seitgut zwei Jahren nun beim TSV Ganderkesee, wo er die 1. Herrenmannschaft trainiert. Mindestens dreimal pro Woche fährt der Hamburger seitdem zum Training oder zu Spielen nach Ganderkesee. „Ich habe einen guten Trainerstab hinter mir, Leidenschaft für Fußball und den TSV“, meint er.

„Ich bin froh, dass ich in dieser Gesellschaft aufwachsen, mich entwickeln und viel lernen darf – egal von welcher Nationalität oder Religion“, sagt der 32-Jährige. „Ich habe von den Deutschen immer eine große Toleranz zu spüren bekommen“, erzählt er. „Wir leben in einer globalen Welt mit immer mehr unterschiedlichen Menschen. Am Anfang ist es immer schwierig, wenn man auf etwas Unbekanntes stößt. Doch es ist eine Riesenchance für alle Beteiligten, voneinander zu lernen und zu profitieren: Die Welt rückt immer weiter zusammen“, meint Hamid Derakhshan. „Jeder kann etwas dazu beitragen, dass wir in einer besseren Zukunft leben.“

Ellen Kranz
Redakteurin
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2051

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