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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Es gibt nur noch Ball, Schläger und Loch

10.08.2019

Dingstede /Dötlingen Es ist kein Geheimnis: Im Sommer machen Outdoor-Sportarten erst richtig Spaß. Viele Menschen denken gerade jetzt darüber nach, mal etwas Neues auszuprobieren. Also, warum nicht mal Golf spielen? In der Gemeinde Hatten gibt es gleich zwei Clubs: den Golfclub Hatten an der Hatter Landstraße und den Golfclub Oldenburger Land, Achtung Verwechslungsgefahr, an der Hatter Straße kurz vor Dingstede.

Mit dem Sandhatter Uwe Hollmann finde ich zum Glück einen idealen Spielpartner und Experten. Er spielt seit 2014 Swingolf und hat 2017 mit dem „richtigen Golf“ angefangen, spielt aber immer noch beides.

Der richtige Schwung

Sein erster und rückblickend enorm wichtiger Tipp: „Lassen Sie uns beides spielen – und wir fangen mit Swingolf an.“ Wenige Tage später treffen wir uns auf dem Gelände des Swingolfclubs (SGC) Iserloy. Der Name hat übrigens rein gar nichts mit Schweinen zu tun, auch wenn wie in Iserloy die Löcher auf einer ehemaligen landwirtschaftlichen Nutzfläche liegen. Der Name leitet sich von „Le Swin“, französisch „der Schwung“, ab. Und auf den richtigen Schwung kommt es tatsächlich an, das bekomme ich schnell zu spüren. Die ersten Schläge mit dem Ball in ein Netz sind vielversprechend, dann geht es mit Uwe Hollmann auf den 18-Loch-Kurs.

Obwohl der Ball im Vergleich zum Golf größer und weicher und damit einfacher für Anfänger wie mich zu spielen ist, läuft längst nicht alles nach Plan. Mal fliegt der Ball nach links, mal nach rechts. Wirklich konstant ist nur eines: Während ich mit einem Schlag 50 Meter schaffe, landen die meines Spielpartners gut doppelt so weit.

Egal ob lang, kurz, Annäherung ans Grün oder Einlochen: Gespielt wird stets mit dem gleichen (Dreiseiten-)Schläger, der je nach Güte zwischen 100 und 250 €Euro kosten kann. An Loch zwei wartet ein besonderer Zuschauer auf uns. Eine kleine Maus sitzt in dem relativ großen Loch und kommt nicht mehr heraus. Vorsichtig fischen wir unsere Bälle aus der Mulde, dann holt Uwe Hollmann einen kleinen Ast, der nicht weit entfernt liegt, und legt ihn schräg hinein. Wir gehen weiter und sind sicher: in ein paar Minuten ist der kleine Nager wieder auf dem Weg zu Seinesgleichen.

Es wird noch schwieriger

Immer wieder vergesse ich die Abschlaghilfe, die meinen Ball knapp über der Grasnarbe hält. Dafür werden nach und nach meine Schläge solider. Großes Aber: Immer wenn ich denke, jetzt habe ich den Bogen raus, holt mich der nächste Schlag wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Doch eigentlich ist es egal. Ich genieße die tolle Atmosphäre, den Wind, die Natur, selbst der Windpark in der direkten Nachbarschaft wirkt in diesem Zusammenhang reizvoll. Alle Gedanken abseits des Balls, der Fahne und des Lochs verschwinden. Nach drei Stunden haben wir die 18 Löcher geschafft. Ich habe 149 Schläge, Uwe Hollmann nur 83 dafür gebraucht. „Golfen wird noch schwieriger“, gibt er mir mit auf den Weg.

Ein paar Tage später stehen wir in Dingstede auf der Driving Range des Clubs. Es ist wie ein Deja Vus. Die Abschläge meines Spielpartners fliegen locker doppelt so weit. Das bleibt auch so, als wir von Loch zehn bis 18 über Par-3- bis Par-5-Löcher spielen. Was die Sache aber so richtig anspruchsvoll macht, ist die Wahl der Schläger. Je nach gewünschter Länge oder Untergrund stehen dem Golfer verschieden geformte zur Verfügung. Ohne Hilfestellung oder Vorbereitung – die gibt sonst ein sogenannter Platzreife-Kurs – wäre ich längst aufgeschmissen. Zum Glück reicht mir mein Spielpartner immer das passende Eisen an. Dennoch dauert alles deutlich länger als beim Swingolf. Kein Wunder, ein Golfplatz ist etwa fünfmal so groß, die Löcher dagegen um zwei Drittel kleiner (10 statt 30 cm Durchmesser). Wir benötigen für die Hälfte des 18-Loch-Parcours fast genauso lange wie für alle Bahnen in Iserloy.

Mein Fazit: Als absoluter Anfänger hat mir Swingolf mehr Spaß gemacht – weil es schneller Erfolgserlebnisse gibt. Ich ahne aber auch, warum Golf immer beliebter wird. Es ist das deutlich komplexere, schwierigere Spiel. Kaum vorstellbar, dass es je seine Faszination verliert.

Was kostet der Spielspaß?

Swingolf: Tageskarten kosten beim Golf- und Gartencafé Iserloy, Stedinger Straße 64, für die halbe Runde (neun Löcher) 9 Euro bzw. 5 Euro (unter 16 Jahre). Wer alle 18 Löcher spielen will, zahlt 11 Euro bzw. 7 Euro (unter 16 Jahre). Der Universalschläger und ein Spielball sind inbegriffen.

Hauptsaison ist von Mai bis Oktober: mittwochs bis freitags, 11 bis 19 Uhr, samstags und sonn- und feiertags von 10 bis 19 Uhr. Eine Jahreskarte gibt es für 170 Euro. Vereinsspieler zahlen 160 Euro, auf sie kommen außerdem noch 25 Euro jährlicher Mitgliedsbeitrag zu. Der SC Iserloy hat derzeit 36 Mitglieder. Der Vorstand besteht aus 1. Vorsitzendem Stephan Wolf, Schatzmeister Uwe Hollmann, Schriftführerin Martina Wolf und Pressewart Michael Garms.

Das muss man wissen: 2019 ist ein neuer Wettbewerb für Vereinsspieler eingeführt worden – das Matchplay. Gewinner ist, wer die meisten Löcher für sich entscheidet. Handicaps gibt es nur für die Qualifikation zur Deutschen und der Europameisterschaft sowie beim vereinsinternen Matchplay. Mehr Infos: www.swingolf-iserloy.de

Golf: Der Golfclub Oldenburger Land, Hatter Straße 14, bietet sonntags, einmal monatlich (April - September), oder nach Absprache, von 12 bis 14.30 Uhr Schnupperstunden an. Im Preis von 39 Euro sind 120 Minuten Golfen unter Anleitung eines professionellen Golflehrers in kleinen Gruppen inbegriffen. Schläger und Bälle werden gestellt. Im Anschluss lädt der Club zu Kaffee und Kuchen in seine Gastronomie ein. Wer danach weitermachen möchte, benötigt zwingend einen sogenannten Platzreifekurs mit Regelkunde und abschließender Prüfung. Der kostet in Dingstede 199 Euro (sechsmal 90 Minuten-Training in drei Wochen). Er berechtigt, auf Golfplätzen spielen zu dürfen, sofern man in einem Golfclub Mitglied ist.

Das muss man wissen: Es gibt diverse Mitgliedschaftsangebote, bei einjähriger Laufzeit schon ab 79 Euro monatlich. Gebrauchte Golfschläger in vernünftiger Qualität werden im Internet ab etwa 300 Euro gehandelt. Mehr Infos: www.gcol.de

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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