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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Das Wichtigste ist das Wohl der Pferde

12.11.2019

Dötlingen Tornado, Bella, Amador und natürlich Lothar haben es gut bei Hendrike Weidemann: Die 22-Jährige bildet die Pferde nach den Regeln der barocken Reitkunst aus. Was das heißt? „Bei der barocken Reitkunst wird sehr auf das Pferd an sich geachtet“, sagt sie.

Ihre Kenntnisse in dieser Form der Pferdeausbildung möchte sie auch an andere Reiterinnen und Reiter weitergeben. Seit November hat Hendrike Weidemann auf dem Tabkenhof in Dötlingen eine Reithalle und acht Boxen gepachtet. In Zukunft will sie dort etwa alle zwei Monate offene Trainingsabende anbieten: Reiterinnen und Reiter können ihr beim Training über die Schulter gucken, ihren Blick und durch das, was sie sehen, auch ihre eigene Haltung zum Pferdetraining schulen.

Außerdem möchte sie Kurstage anbieten: Interessenten können mit ihren Pferden auf den Tabkenhof kommen und bei Theorie, Praxis und Austausch untereinander mehr über die barocke Reitkunst erfahren.

Im Mittelpunkt dieser Ausbildung steht neben dem Wohl des Tieres auch eine gesunde Beziehung zwischen Mensch und Pferd. „Ich als Trainerin muss richtig erklären. Wenn ich das nicht gemacht habe und das Pferd nicht macht, was ich wollte, muss ich überlegen, was ich falsch gemacht habe, anstatt zum nächsten härteren Mittel zu greifen“, erklärt die junge Reittrainerin einen Grundsatz der barocken Reitkunst.

Wiedemann, in Bremen aufgewachsen, saß im Alter von drei Jahren zum ersten Mal im Sattel. Ihr erstes Pferd, den Hannoveraner Wallach Lothar, hat sie mit 15 Jahren bekommen. Reitschulerfahrung hatte sie zuvor schon gesammelt. Nun musste sie sich aber überlegen, wie sie ihr eigenes Pferd ausbilden wollte. Sie probierte es erst mit der klassischen, sogenannten englischen Reitschule, merkte aber bald, dass sie damit nicht glücklich wurde.

„Oft ist es dabei so, dass das Pferd funktionieren muss. Tut es das nicht, wird nur geguckt, was das Pferd falsch gemacht hat.“, sagt sie. Es werde zu wenig geprüft, ob das Pferd vielleicht zu jung oder zu unerfahren ist oder aus anderen Gründen nicht wollte. „Macht man das nicht, stimmt etwas nicht in der Beziehung“, ist Weidemann überzeugt.

Über die Hofreitschule Bückeburg kam sie zur barocken Reitkunst. Die, so erzählt Weidemann, entstand im 17 Jahrhundert. Damals gründeten sich Reitakademien, in denen Reitmeister ausgebildet wurden, die ihre Kunst erstmals auch als solche niederschrieben. „Die Reitmeister schrieben auf, warum Pferde wie ausgebildet werden. Das ist bis heute nachlesbar. Ihnen ging es darum, die Pferde möglichst lange gesund zu halten“, sagt Weidemann. Bei Pferden, die nach der barocken Reitkunst geritten werden, sei der Verschleiß daher deutlich geringer.

Trotzdem möchte sie Menschen, die ihre Pferde anders trainieren – etwa Western oder Dressur – nicht anklagen oder gar in Schubladen stecken: „Eigentlich wollen alle nur Spaß haben mit ihrem Pferd. Wir sollten lernen, mehr miteinander zu arbeiten.“ Sie wünscht sich, dass Reiterinnen und Reiter ihr Training besser reflektieren und hinterfragen, warum sie etwas auf eine bestimmte Art tun, ob es dem Pferd überhaupt guttut.

„Ich fahre nicht zu den Leuten hin und gebe Unterricht, sondern es geht darum, dass sie lernen, die beste Ausbildung für das eigene Pferd zu finden“, sagt sie. In der barocken Reitkunst gehe es eben nicht nach Schema F, sondern darum, immer wieder zu lernen, was für das Pferd das Beste ist – dann bekomme dieses auch das nötige Selbstbewusstsein, um damit gelassen durchs Leben zu gehen.


     www.hendrikeweidemann.de 
Nathalie Meng Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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