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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Vorurteile sind nach 50 Jahren Geschichte

25.03.2019

Falkenburg Dabei war es ausgerechnet ein Mann, der die Frauen in den Schützenverein holte. Friedrich-Wilhelm Gutsche, damals Präsident des Ganderkeseer Schützenbundes, regte die Gründung einer Damenabteilung an. Als Vorbild diente der Schützenverein Urneburg, in dem bereits Frauen aktiv waren: „Was die können, können wir auch“, habe Gutsche gesagt, erinnern sich die Frauen der ersten Stunde. In der Jahreshauptversammlung Anfang 1969 wurde die Gründung einer Damenabteilung beschlossen.

Zur Feier des Tages grillen die Männer

Mit einem Grillabend wird der 50. Geburtstag der Damenabteilung am Sonnabend, 30. März, um 18 Uhr im Schützenhaus gefeiert. „Die Männer bewirten uns“, sagt Lina Bande, Sprecherin der Schützen.

Eingeladen sind auch Ehemalige und andere Frauen aus dem Schützenbund. Interessierte Frauen können auch jederzeit an einem Probeschießen teilnehmen.

Infos unter www.svfalkenburg.de

Nicht alle Männer seien dafür gewesen, berichtet Elfriede Zielke, die mit Gesine Lueßmann, Hanna Tönjes, Lore Lürßen, Helga Steffen, Elisabeth Finke und Ursula Gutsche eine der Gründerinnen war. „Frauen gehören da nicht hin, das ist Männersache“, habe es geheißen. „Flintenweiber haben sie uns genannt“, erzählt Helga Steffen. Die Männer hätten um ihren schönen Sonntagmorgen-Frühschoppen gefürchtet, meinen die Frauen. Doch die hatten am Sonntagvormittag ohnehin meist etwas anderes zu tun: Sie standen in der Küche, weil es üblich war, dass für die Familie ein Sonntagsbraten auf den Tisch kam. Der Donnerstagabend wurde zum Termin für die Schützen-Damen – und ist es bis heute.

Nicht alle Männer hatten Bedenken wegen der Frauen im Schützenverein, viele förderten die neue Abteilung auch. Günter Schulenberg meldete seine Frau Christa an und übte mit den Frauen das Schießen. Bis 1993 war er Damenschießmeister. „Die Frauen wollten sich beweisen“, sagt er. Und das gelang ihnen schon bald. Bereits beim ersten Schützenfest habe es eine Königin und Adjutantinnen gegeben, obwohl die Frauen vorher nur ein paar Mal geschossen hätten, berichtet Elfriede Zielke. Später nahmen die Damen erfolgreich an Wettkämpfen teil: „Wir haben bei Pokalschießen abgeräumt. Das hat Spaß gemacht“, sagt Hanna Witte aus der Gemeinde Hude. Die Falkenburger Frauen seien gefürchtet gewesen, meinen die Schützinnen aus der Gründungszeit. Da es in den Schützenvereinen kaum Damenabteilungen gab, fuhren die Falkenburgerinnen auch zu Wettkämpfen außerhalb der Gemeinde, zum Beispiel nach Oldenburg und Erichshof.

Doch die Frauen traten nicht nur wegen des Schießsports in den Verein ein. „Ich bin hierher gezogen und hatte keinen Kontakt“, sagt Doris Havekost. „Durch den Schützenverein habe ich andere Frauen kennengelernt.“ Viele Freundschaften seien entstanden. Schön sei auch gewesen, dass die Kinder mitgebracht werden konnten. „Es ging auch um Geselligkeit. Wir haben schön zusammengehalten“, sagt Elfriede Zielke. Bis heute treffen sich die Frauen auch zu Fahrradtouren und Ausflügen.

Die Kleiderfrage für die neuen weiblichen Mitglieder des Falkenburger Schützenvereins war ebenfalls schnell geklärt. Die Befürchtung einiger Männer, dass sie auf dem Schießstand Frauen in Miniröcken begegnen könnten, erwies sich als unbegründet. Die Fotos aus der ersten Zeit zeigen die Damen in seriösen hellgrauen Kostümen. Auch die Vermutung einiger Schützen, dass die Damenabteilung nicht lange bestehen werde, bestätigte sich nicht. 50 Jahre nach der Gründung gehören etwa 70 Frauen dazu.

Im Laufe der Jahre haben sich viele Bräuche entwickelt. Einer davon ist, dass sich die Frauen am Schützenfest-Sonntag bei der noch amtierenden Königin zum Frühstück treffen und Tipps abgeben, wer als neue Königin aus den Schießwettbewerben hervorgeht. Die Damenabteilung ist aus dem Verein nicht mehr wegzudenken: „Die Männer sind froh, dass sie uns haben“, sagt Elfriede Zielke.

Antje Rickmeier Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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